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Vernetztes Arbeiten

Zusammenarbeit in Organisationen – Vernetztes Arbeiten bringt den Erfolg

Der digitale Wandel verändert die Zusammenarbeit in einer Organisation, das Zusammenspiel mit Kollegen, Kunden und Partnern enorm. Wir sind vernetzt wie nie zuvor – und das nicht nur auf der Arbeitsebene, sondern auch im Privaten. Neue Technologien und Tools schaffen eine „schöne vernetzte Welt“. Kommunikation ist spielend von überall aus und zu jeder Zeit möglich. In Unternehmen wird immer deutlicher, dass in die Jahre gekommene, meist festgefahrene Organisationsstrukturen aufgelockert werden müssen, um ein flexibleres und dynamischeres Umfeld zu schaffen. Flache Hierarchien in agilen Netzwerkstrukturen stehen klassisch geprägten Silostrukturen gegenüber. Welche Organisationsstrukturen es gibt und in welchen vernetztes Arbeiten am besten funktioniert, wollen wir in diesem Blogbeitrag genauer betrachten.

Sechs Dimensionen oder Organisationen ganzheitlich betrachten

Um eine Organisation ganzheitlich betrachten zu können, ist es notwendig unterschiedliche Bereiche oder Dimensionen einer Organisation zu definieren. In seinem TRAFO-Modell betrachtet André Häusling, der Initiator der Agile HR Conference in Deutschland, sechs Dimensionen von Organisationen. Mit diesem Modell ist eine ganzheitliche Evaluation des agilen Reifegrades einer Organisation möglich. Mehr noch: Es bietet ein Werkzeug zur Analyse und Umsetzung von Transformationsprozessen. Die Dimensionen stehen jedoch nicht unabhängig für sich selbst, sondern immer in Wechselwirkung zueinander. Sie beeinflussen sich nicht nur gegenseitig, sondern ergänzen sich auch. Dabei kann in jeder der Dimensionen eine agile Transformation stattfinden. Agilität im Kontext von Organisationen bedeutet flexibel, proaktiv, antizipativ und initiativ zu agieren, um notwendige Veränderungen einzuführen. Die sechs Dimensionen lauten:

  1. Strategie
  2. Struktur
  3. Prozesse
  4. Führung
  5. Personal
  6. Kultur

Struktur von Organisationen

Betrachten wir die zweite Dimension „Struktur” doch einmal ein wenig genauer. In jeder Organisation sind Kompetenzen und Hierarchiestufen geregelt. Diese sind durch die Prozessebene beeinflusst. Man kann vier gängige Organisationsmodelle beschreiben: Klassische Siloorganisationen, funktionsorientiere- oder produktorientierte Strukturen und agile Netzwerkorganisationen.

1.    Klassische Siloorganisationen

Klassische Strukturen in Unternehmen funktionieren nach einem Top-down-Prinzip. Das bedeutet, der Informationsfluss erfolgt machtorientiert von oben nach unten, also von der Chefetage nach unten zu den Mitarbeitenden. Hierbei stehen starre Hierarchien in sog. Silos sinnbildlich für klassische Organisationsstrukturen. Abgeschlossene Abteilungen werkeln, wie in Silos gefangen, nebeneinanderher. Wettbewerbsdenken und Wissensmonopole verhindern Flexibilität und schaffen durch das Beharren auf Bürokratie starke Informationsbarrieren. Doch flexible Strukturen sind genau für die Weiterentwicklung von Organisationen in der digitalen Transformation von großer Bedeutung.

2.    Funktionsorientierte Matrix-Struktur

Eine funktionsorientiere Struktur gleicht einer hierarchischen Siloorganisation. Der große Unterschied ist jedoch die funktionale Ausrichtung der Abteilungen. Jede Abteilung übernimmt eine Funktion im Unternehmen wie etwa Sales, Softwareentwicklung oder Marketing. Dabei steht jede für sich selbst und übernimmt nur diese Aufgaben. Unter ihnen gibt es keine vernetzten Strukturen. Die Funktionsbereiche bleiben in ihrem „Silo“.

3.    Produktorientierte Matrix-Struktur

Die produktorientiere Struktur geht einen Schritt weiter und organisiert die Teams nach angebotenen Produkten oder Dienstleistungen. So ist agiles Arbeiten innerhalb eines jeden Produktteams möglich, da sich praxisbezogene Gemeinschaften herausbilden. Die einzelnen Produktteams sind untereinander nicht vernetzt und  arbeiten separat an der Weiterentwicklung des jeweiligen Produktes. Anders ist es innerhalb des Teams, hier zeigt sich die agile Arbeitsweise besonders durch eine offene, zielgerichtete Kommunikation untereinander.

4.    Agile Netzwerkorganisation

Die Netzwerkorganisation hat keinen ausgeprägten Aufbau wie die gerade vorgestellten Strukturen. Auch gibt es keine klassische Führung, diese ist anders organisiert. Die Teams in den Netzwerken agieren flexibel und dezentral, so entstehen interdisziplinäre extrem flexible Teams, die sich nach speziellen Anforderungen und Aufgaben richten und regelmäßig verändern. Klassische Hierarchien existieren nicht mehr. Hier wird auf flache Hierarchien gesetzt, die kompetenzorientiert aufgebaut sind, so qualifizieren Alter oder das Erreichen konventioneller Hierarchiestufen nicht für die Übernahme von Verantwortung, sondern die fachspezifische Kompetenz. Mitarbeitende sind selbstverantwortlich und agieren selbstständig. Transparente Strukturen im Unternehmen sind für eine agile Netzwerkorganisation das A und O.

Die Abfolge der vier Modelle stellt eine Entwicklung im Aufbau von Organisationsstrukturen dar – während die klassische Silostruktur eher wenig Netzwerkstrukturen und Agilität ausbildet, ist die agile Netzwerkorganisation genau dadurch geprägt. In agilen Strukturen ist das vernetzte Arbeiten auf einem ganz neuen Niveau angelangt, denn jeder muss mit jedem kommunizieren und arbeiten können.

Silostrukturen abschaffen für den Aufbau agiler Netzwerkorganisationen?

Auf dem Weg von der Silo- hin zur Netzwerkorganisation sind die Führungskräfte gefordert: Das alte machtorientierte Handeln muss abgelegt werden. Stattdessen sollen Führungskräfte ihre Mitarbeitenden motivieren, eigenständiger zu agieren und sich den immer wieder verändernden Gegebenheiten schneller anzupassen – und das nicht unter den tadelnden Blicken des Chefs. Viele Unternehmen setzen das bereits um und nutzen agile Arbeitsmethoden und digitale Werkzeuge – und sind damit sehr erfolgreich. Sie verändern ihre Strukturen weg vom Bereichsdenken, hin zum kompetenzorientierten und vernetzten Denken und Arbeiten. Doch das ist nicht immer ganz so einfach in allen Organisationen umzusetzen. Denn einige sind sogar gesetzlich dazu verpflichtet, bestimmte Strukturen einzurichten und Prozesse einzuhalten, wie etwa Banken. Ist es deshalb nicht machbar, Silostrukturen abzuschaffen, um eine agile Netzwerkorganisation aufzubauen?

Doch, auch das kann gelingen. Wie der Aufbau einer agilen Netzwerkstruktur innerhalb einer Silostruktur funktionieren kann, wird mit einem Wort beschrieben: Ambidextrie, Beidhändigkeit. Das bedeutet parallele Strukturen zu schaffen, die beidhändig die klassischen effizienten Strukturen aus dem Tagesgeschäft und neue agile Netzwerkstrukturen für Innovationen aufzubauen. Dabei sollen beide Ausprägungen nicht getrennt voneinander existieren, sondern ineinandergreifen und sich ergänzen.

Die vier wichtigsten Themenfelder der digitalen Transformation

Für jedes Unternehmen wird es im Hinblick auf die digitale Transformation immer schwerer, die eigene Organisation so zu strukturieren, dass Netzwerke aufgebaut werden und agile Strukturen funktionieren können. Damit gehört das Vernetzte Arbeiten zu den vier wichtigsten Themenfeldern der digitalen Transformation. Mehr dazu in unseren Blogbeiträgen:

Ja, die digitale Transformation ist eine große Herausforderung – insbesondere für Unternehmen und Organisationen, die „das schon immer so gemacht haben“. Lassen Sie uns gemeinsam Dinge hinterfragen.

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