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Health & Environment

Health & Environment, Gesundheit und Umwelt, das sind zwei eng miteinander verwobene Begriffe, die einen bedeutsamen Schlüsselfaktor aus dem Bereich Gesellschaft & Politik repräsentieren. Fasst man diese Begriffe etwas weiter, dann sind damit schädliche Umwelteinflüsse gemeint, die weltweit die Gesundheit der Menschen bedrohen, wie etwa toxische Substanzen, schlechte Wasserversorgung und/oder Wasserqualität oder der Klimawandel. Bezogen auf das Thema „Digitale Transformation“ und alternde Gesellschaft tritt ein weiterer Aspekt von Health & Environment in den Vordergrund. Der Rat der Internetweisen hat dafür folgende Formulierung gefunden: Aus dem demografischen Wandel ergeben sich hohe Herausforderungen an Gesundheits- und Pflegedienstleistungen im Alter: Umfassende digitale Lösungen sollen Abhilfe schaffen – vom Sensor, der Körperfunktionen überwacht, über regelmäßige Analyse von Körperzuständen und Medikation bei Abweichungen, bis hin zum „intelligenten“ Pflegeroboter und Smart Home.

Wie sich die digitale Welt in den kommenden Jahren entwickeln wird

Der Rat der Internetweisen (RDIW) ist ein Gremium, das sich aus sechs Experten in Sachen Internet und digitale Medien zusammensetzt. Zusammen mit dem Institute of Electronic Business (IEB) hat der RDIW 30 Schlüsselfaktoren der Digitalisierung identifiziert, welche in den kommenden Jahren maßgeblichen Einfluss auf die digitale Kommunikation haben werden und somit unsere gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Perspektiven entscheidend mitprägen werden (Quelle: http://www.ieb.net/internetweisen/). Die Schlüsselfaktoren definieren Trends wie Big Data, Industrie 4.0 oder Lebenslanges Lernen, die den Bereichen Technologie, Kommunikation, Gesellschaft & Politik und Wirtschaft & Arbeit entstammen.

Digitalisierung des Gesundheitssystems

eHealth ist das Schlagwort schlechthin, wenn es um die Digitalisierung des Gesundheitssystems geht. Letztlich sind damit alle Möglichkeiten der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien gemeint, welche einen Mehrwert bei der Optimierung der Behandlungs- und Betreuungsprozesse von PatientInnen bringen. Dachte man hierbei zunächst nur an die digitale Patientenakte, so versteht man heute darunter zudem ein computerbasiertes Krankheits- und Wissensmanagement, Gesundheitsportale im Internet, Telemedizin und nicht zuletzt auch Online-Apotheken. Die Sicherheit der Daten steht dabei stets im Vordergrund, werden doch beispielsweise künftig mit der elektronischen Gesundheitskarte sensible Gesundheitsinformationen verfügbar gemacht. Das eHealth Gesetz regelt den Aufbau sicherer Telematik-Infrastruktur (also der Infrastruktur, welche alle Akteure im Gesundheitswesen wie Ärzte oder Krankenkassen miteinander vernetzt) und setzt Fristen, um die Umsetzung dieser Infrastruktur zügig voranzutreiben. Augenblicklicher Stand ist, das die digitale Patientenakte 2021 kommen soll. Jeder Versicherte verwaltet dann seine digitale Patientenakte mithilfe einer App vom Smartphone aus.

Gesundheits-Apps und Online-Portale – wie wir zu Managern unserer Gesundheit werden

Gesundheits-Apps haben Hochkonjunktur, Smartwatches sind Lifestyle-Produkte und weisen ihre Träger als gesundheitsbewusste Trendsetter aus. Sie messen die Herzfrequenz, die Anzahl der gelaufenen Schritte, den Kalorienverbrauch, das Schlafverhalten und vieles mehr. Den Nutzern wird ein komplettes Gesundheits- und Lifestyle-Ökosystem geboten – sie werden sozusagen auf Schritt und Tritt begleitet bei dem Versuch, die selbst gesetzten sportlichen bzw. gesundheitlichen Ziele zu erreichen.

Auf Online-Portalen können Menschen Rat suchen, die mit ihren Fragen nicht zum Arzt gehen möchten. So kann bei psychischen Problemen ein Online-Kurs gebucht werden, die Kosten dafür übernimmt in manchen Fällen sogar die Krankenkasse. Das Kursangebot reicht von Stressprävention über Behandlung von Angstzuständen bis hin zur Reduzierung von Schmerzsymptomen.

Digitalisierung und Pflege

Rund 1,5 Millionen in der Pflege Beschäftigte stehen etwa 2,9 Millionen an pflegebedürftigen Personen gegenüber. Es fehlt an Nachwuchskräften in der Pflege und man rechnet in künftigen Jahren mit großen Personallücken. Wie könnte die Pflege der Zukunft aussehen, welche Arbeitserleichterungen hält der technologische Fortschritt für das Pflegepersonal, aber auch für die Pflegebedürftigen bereit? Die Rede ist von Assistenzsystemen, die beispielsweise Stürze aufzeigen, Sensorsystemen, die Bewegungsmuster im häuslichen Bereich analysieren – Stichwort Smart Home, von automatischen Beleuchtungssystemen oder intelligenten Matratzen. Serviceroboter übernehmen im häuslichen Bereich oder auf den Stationen zeitraubende Transportaufgaben und Softwarelösungen kombinieren ohne äußeres Zutun Dokumentation und Pflegeplanung (Quelle: https://www.inqa.de/SharedDocs/PDFs/DE/Publikationen/pflege-4.0.pdf?__blob=publicationFile&v=2). Innovative Apps vernetzen das Pflegepersonal, die Pflegebedürftigen und deren Familienangehörige und ermöglichen die direkte Kommunikation aller Beteiligten untereinander.

Ausblick

Die Gesundheit des Menschen ist ein hohes Gut, und die Digitale Transformation hält viele Erleichterungen bereit, was Gesundheits-und Pflegedienstleistungen insbesondere auch im Alter betrifft. Viele Menschen tragen Wearables, mit denen sie zum Manager ihrer eigenen Gesundheit werden, was die Chance in sich birgt, dass sie ein erhöhtes Gesundheitsbewusstsein für den eigenen Körper entwickeln. Digitale Instrumente wie die Telemedizin ermöglichen Ferndiagnosen, sie sind preiswerter und für Arzt und Patienten weniger zeitaufwendig. Zuschaltungen von Spezialisten aus anderen Kliniken können bei akuten Notfällen, die in manch kleinerer Klinik Fragen aufwerfen, lebensrettend sein. Gleichzeitig erleben wir, dass wir im Gesundheitsbereich, wie in anderen Bereichen auch, immer gläserner werden. Nicht umsonst ist das Aufladen der elektronischen Gesundheitskarte mit sensiblen Patientendaten auf 2021 verschoben, es hängen aus Datenschutzsicht einfach noch zu viele Fragestellungen daran. In der Pflege übernehmen Apps und Serviceroboter so manchen Dienst, doch das, was Menschen am allermeisten brauchen, nämlich Zuwendung und persönlichen Kontakt, das können rein technische Lösungen nicht bieten. Wünschenswert wäre es daher, dass die Segnungen des technologischen Fortschritts dahin führen, dass am Ende dem Pflegepersonal mehr Zeit für die Pflegebedürftigen bleibt.

Chancen

Wenn Menschen sich bspw. mit Hilfe von Apps mit ihrem Gesundheitszustand befassen, erhalten sie ständigen Zugriff auf eine „digitale zweite Meinung“.

Herausforderungen

Es droht die Gefahr, dass rein technische Lösungen für soziale Probleme gesucht werden: Entsolidarisierung und Vereinsamung, gesellschaftliche Desintegration könnten die Folge sein.

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