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24 spannende Trends für 2022

24 spannende Trends für 2022

Gut, treffende Prognosen für ein neues Jahr abzugeben, war noch nie so schwer wie heute. Alles ist im Wandel, dem digitalen zumal. Jetzt zu wissen, was die Zukunft bringen wird – das wär‘ doch was. Wo wird die Reise hingehen, viele von-Neuem-Kunden haben ihre unternehmerische Entwicklung ja schon mit einem Trendradar im Blick. Für alle anderen haben wir im Rahmen eines weltweiten „Trend-Scoutings“ 24 interessante Trends zusammengestellt.

  1. Das immer schnellere Durchdringen von Technologien

Neue und aufregende Technologien klopfen tagtäglich an unsere Tür. In der Zukunft wird dieser Trend aber noch einiges an Geschwindigkeit zulegen. Immer genauere Informationen, höhere Transparenz, bessere Konnektivität, grenzenlosere Auswahlmöglichkeiten und viele andere Dinge werden unseren Alltag noch mehr bestimmen als bisher. Insbesondere Bereiche wie das Cloud Computing und Open-Source-Kulturen ermöglichen ein immer schnelleres Wachstum der digitalen Möglichkeiten.

Beispiel:

Das wohl offensichtlichste Beispiel ist Ihr eigenes Zuhause, der Fernseher, das Auto, der smarte Kühlschrank, die smarte Türklingel, der Staubsaugerroboter, Smarthome… Fast alles, was in analoger Form existiert, gibt es heute als hochkomplexe und vernetzte Weiterentwicklung.

  1. Nachhaltige Möbel

Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen sind nicht erst seit gestern im Trend. Seit vielen Jahren befassen sich Unternehmen mit diesem Thema. Doch in Zukunft macht die „Generation Z“ den signifikanten Unterschied. Viele junge Menschen identifizieren sich durch ein bewusstes nachhaltiges und umweltschonendes Leben. Ein großer Baustein ist dabei ein „gesundes“ Konsumverhalten. Immer mehr Kundinnen und Kunden fangen an, sich für die Herstellung, den Transport und die Folgen ihrer Produkte zu interessieren.

Beispiel: 

KietzBett ist ein Berliner Unternehmen mit dem Ziel, nachhaltige und faire Massivholzbetten in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern herzustellen. Das Holz für die Betten wird größtenteils CO2-neutral aus Berliner Wäldern bezogen und gemeinsam mit der Förderwerkstatt der Stephanus Stiftung verarbeitet.

  1. Flexible Arbeitsplätze

Die Möglichkeit von zu Hause oder grundsätzlich von überall aus, arbeiten zu können und von jedem Ort der Welt mit seinem Team vernetzt zu sein, hat nichts mehr mit einem klassischen 9-to-5-Job zu tun.

Durch Remote-Working, durch mobiles Arbeiten und vernetzte Prozesse hat sich in vielen Unternehmen eine komplexe und effiziente digitale Infrastruktur gebildet. Was jedoch oft vergessen wird, ist die analoge Perspektive der Arbeitsprozesse ebenfalls anzupassen. Drei Tage Homeoffice, zwei Tage Büro ist ein klassisches Model und ein erster Versuch, flexibles Arbeiten zu integrieren. Ergeben feste Arbeitsplätze da noch Sinn? Wie bringt man größere Teams auf hybrider Basis zusammen? Wie schaffe ich ein flexibles, aber trotzdem noch persönliches Arbeitsumfeld?

Beispiel:

Pearson Lloyd“ aus England hat sich genau dieser Fragen angenommen und erste Designs für flexibles Arbeiten entwickelt. Mithilfe von innovativen Büromöbeln versucht das Unternehmen die neue entstandene Marktlücke zu beliefern.

Auch das Schweizer Design Studio Panter & Tourron setzt auf die neue Flexibilität der Arbeitnehmenden und entwickelt schon seit 2019 faltbare und nachhaltige Möbelstücke für ein flexibles Leben.

  1. Social Commerce

Wir alle kennen den Begriff des E-Commerce oder Online-Handels, aber was ist denn jetzt Social Commerce? Sprechen wir von klassischem E-Commerce, ist oft die direkte Verbindung und Kommunikation zwischen Händler und Kunden gemeint. Der Anreiz zum Kauf wird hierbei durch eine Art Push-Kommunikation des Händlers ausgeübt, etwa durch Newsletter oder E-Mail Updates.

Beim Social Commerce findet weniger eine Kommunikation zwischen Händler und Kunden statt, sondern vielmehr ein direkter Austausch unter den Kunden. Ein entscheidender Vertriebskanal für Social Commerce sind Social-Media-Plattformen wie Instagram, Twitter, LinkedIn oder auch WhatsApp oder immer mehr TikTok.

Instagram, Facebook und TikTok sind schon lange keine reinen Kommunikations-Plattformen mehr. Sie haben sich zu Shopping-Apps weiterentwickelt, die Kunden für einen Kaufabschluss nicht mal mehr verlassen müssen. Die Grenzen zwischen E-Commerce und Social Media verschwimmen zunehmend.

Für Unternehmen bietet dies die Chance, ihre Zielgruppe direkt über Social Media mit einer kreativen Bewerbung ihrer Produkte anzusprechen und zeitgleich zum Sofort-Kauf über Social-Commerce zu animieren. Im kommenden Jahr werden diese Arten von Shoppable-Posts ein klarer digitaler Marketing-Trend sein, das heißt Social-Media-Beiträge, die den Nutzer direkt zur Check-Out-Seite eines Produktes führen.

Beispiel:

Der deutsche Online-Versandriese Zalando ist einer der Vorreiter für die Implementierung von Social-Commerce in Deutschland. Mit Features wie „Shop the Look“, eine Art Online-Katalog-Shopping, bei dem bekannte Models ihre „Lieblings Outfits“ auf der Website von Zalando präsentieren. Interessierte Kunden können so schnell und unkompliziert beliebte Outfits kaufen. Chat-Bots und Shoppable-Posts auf Instagram und TikTok sind weitere Features im Social-Commerce-Portfolio von Zalando.

  1. Unternehmens-Purpose als Erfolgsfaktor setzen

Konsumenten weltweit erwarten von Marken immer häufiger, dass sie einen positiven Effekt auf die gesellschaftliche Entwicklung haben. Sie sind jenen Marken treu, die ihre Werte vertreten und sich gegen soziale Ungerechtigkeit einsetzen. Wachstumsstarke Unternehmen konzentrieren sich deshalb darauf, ihr Wertversprechen neu zu definieren und dieses in ihrer Markenkommunikation zu transportieren. Der „Purpose“ des Unternehmens definiert sich dabei über die Produkte und Services sowie über die Inklusion von Mitarbeitern in die Corporate-Social-Responsibility-Strategie. Mit anderen Worten, geht das unternehmerische Handeln über die reine Gewinnmaximierung hinaus. Kriterien dafür sind etwa Übernahme von Verantwortung des Unternehmens gegenüber der Gesellschaft, eindeutige Werteversprechen und nachhaltiges Handeln.

Beispiel:

Nike, einer der weltweit größten und beliebtesten Hersteller für Sportkleidung und Lifestyle-Produkte, hat den Trend des Unternehmens-Purpose schon vor langer Zeit und vor vielen anderen erkannt. Das Unternehmen beschreibt seinen Zweck wie folgt: „Nike existiert, um jedem Athleten auf der Welt Inspiration und Innovation zu bringen. Unser Ziel ist es, die Welt durch die Kraft des Sports voranzubringen – Grenzen zu überwinden und eine Gemeinschaft aufzubauen, um das Spiel für alle zu verändern. Wenn du einen Körper hast, bist du ein Athlet.“ Durch Aktionen wie Community-Building und Bewegungsförderung für Kinder an Schulen, oder Initiativen wie Recycling versucht Nike ihren Zielen gerecht zu werden.

  1. Von Global zu Lokal

In einer durch Globalisierung geprägten Welt vergessen wir oft, was vor unserer eigenen Haustür zu finden ist. Die globale Pandemie, der Aufruf nach Nachhaltigkeit und neue gesellschaftliche Werte führen dazu, dass wir uns wieder mehr auf unseren lokalen Märkten umsehen. Egal ob Lebensmittel, Konsumgüter oder der Familienurlaub, vieles ist in unserer unmittelbaren Umgebung vorhanden oder möglich. Die Kombination aus digitaler Konnektivität und neuen Technologien ermöglicht es in Sekundenschnelle, fast überall auf der Welt agieren zu können. Aber für viele Menschen dreht sich das tägliche Leben immer noch um einen festen Ort, sei es eine Stadt, eine Provinz oder ein Land. Es besteht eine große Nachfrage an lokalen Verbesserungen und Produkten.

Beispiel:

Die international tätige Supermarktkette Rewe konzentriert sich zunehmend auf ein nachhaltiges Produktportfolio und ein langfristig faires Handeln. Auch der Trend von Global zu Lokal nimmt hierbei einen wichtigen Platz in der Strategie des Handelskonzerns ein.

So wird versucht, wo es geht, lokale und nachhaltig erzeugte Produkte in Filialen mit entsprechender Lage anzubieten. Anstatt nur auf Großkonzerne zurückzugreifen, befürwortet Rewe die Zusammenarbeit mit Bauern und Produzenten aus der jeweiligen Region. So beschreibt sich Rewe selbst als ein Teil der Nachbarschaft.

  1. Re- & Upcycling

Nachhaltig zu handeln, muss nicht immer heißen, seine Produktionsprozesse komplett umzustellen, Re- oder Upcycling sind eine interessante Alternative. Bei Recycling werden ausgediente Produkte in ihre Bestandteile zerlegt, die dabei entstehenden Ressourcen können anschließend für die Herstellung neuer Produkte verwendet werden. Upcycling hingegen ist die Aufwertung veralteter Produkte, um so ihre Nutzungsdauer zu erhöhen.

Beispiel

Der Ikea Secondhand Store: Ausgediente Möbelstücke werden hier von Ikea vor Ort repariert und erhalten ein zweites Leben. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Möbelstücke ursprünglich von Ikea waren, oder nicht. Die gespendeten Möbelstücke können nach der Aufbereitung für ein Bruchteil des Originalpreises erworben werden.

  1. Augmented Reality Shopping

Online einzukaufen ist nicht mehr aus unserem alltäglichen Leben wegzudenken. Produkte in Echtzeit miteinander vergleichen zu können, Alternativen innerhalb kürzester Zeit zu finden, oder einfach nur nicht das Haus verlassen zu müssen, sind Vorteile, welche niemand mehr missen möchte. Ein Nachteil allerdings ist es, Produkt nicht mehr haptisch erfahren zu können, also anfassen zu können. Gerade beim Kauf von Einrichtungsgegenständen ist wichtig, das reale Möbelstück zu sehen. Kunden informieren sich zwar online über die Produkte, kaufen sie aber in den meisten Fällen dennoch offline – das sogenannte ROPO verhalten (Research Online Purchase Offline). Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, greifen einige Händler und Hersteller zu Augmented und Virtual Reality. Beides sind digitale Tools, welche etwa mithilfe einer Smartphone-Kamera beliebige Einrichtungsgegenstände in die eigenen vier Wände projizieren können.

Beispiel:

Der amerikanische E-Commerce Gigant Etsy veröffentlichte vor kurzem eine Anwendung, mit der über 5 Millionen Kunstwerke an den eigenen Wänden simuliert werden können. Durch die Nutzung von Augmented Reality wird dem Nutzer der Etsy-App in Sekundenschnelle ein realistisches Gefühl für verschiedener Bilder im eigenen Zuhause gegeben.

  1. Cash and Carry options

So wichtig wie Individualität für viele Menschen ist, so sind die meisten doch bereit auf gewisse Besonderheiten von Produkten zu verzichten, wenn sie ein ähnliches „jetzt und hier“ mitnehmen können. Dieses Verhalten ist vor allem in Möbelhäusern und bei jungen Menschen zu beobachten. Daher ist es wichtig, die allgemeinen Präferenzen seiner Kundengruppen zu erkennen und entsprechende Produkte vorrätig zu haben.

Beispiel:

Ein vielleicht weniger klassisches, aber dennoch interessantes und innovatives Beispiel für diesen Trend sind die M&M-Stores in Deutschland und der ganzen Welt. M&M macht es in diesen Stores möglich, Süßigkeiten individuell zusammenzustellen und in Echtzeit zu genießen. Zusätzlich ist es möglich, seine Bestellung nach Belieben mit Bildern und Farben zu personalisieren. Kunden können ihre Ware nicht direkt mitnehmen, sondern auch noch frei gestalten – Cash and Carry und Individualisierung.

  1. Virtuelle Büros

Anders zu arbeiten war noch nie so erfolgreich wie heute – viele Prozesse verlaufen asynchron voneinander ab, Teams sind geografisch getrennt und Meetings finden zunehmend hybrid oder digital statt. Plattformen wie MS-Teams sind mittlerweile fester Bestandteil vieler Unternehmen. Digital zusammenarbeiten zu können bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Eine der größten ist die soziale Struktur eines Teams aufrechtzuerhalten.

Der schnelle Small Talk an der Kaffee-Maschine oder die gemeinsame Pause, all das scheint es im virtuellen Raum nicht zu geben – oder doch?

Virtual Offices können helfen, remote, also getrennte Teams zusammenzubringen. Simulierte und interaktive Büros und Räume ermöglichen ein authentisches Arbeitsklima, sogar wenn keiner wirklich im Büro ist. Oft haben Sie die Möglichkeit, einen eigenen Avatar zu erstellen und sich durch eine interaktive Umgebung zu bewegen, so können sich Kollegen buchstäblich virtuell „über den Weg laufen“.

Beispiel:

Sococo ist eine neue und aufregende Software für hybride und remote Teams. Durch ein simuliertes und interaktives Büro wird im digitalen Raum eine spielerische und dennoch effiziente Arbeitsatmosphäre erzeugt. Kollegen haben wieder die Möglichkeit, sich zu vernetzen und außerhalb von Anwendungen wie MS-Teams, GoToMeeting oder Zoom miteinander zu kommunizieren.

  1. Authentifizieren leicht gemacht (Identity Verification)

Ein Bankkonto zu eröffnen, anzupassen oder auf einem neuen Gerät zu registrieren, erfordert oftmals einen aufwendigen Verifizierungsprozess. Dieser besteht meist aus den folgenden drei Bestandteilen:

  1. Eine Überprüfung der Identität in analoger oder digitaler Form etwa durch Vorlage des Passes.
  2. Eine interne Prüfung der Dokumente, wobei hier keine allgemeinen Standards zu berücksichtigen sind.
  3. Eine zusätzliche Verifizierung über einen Videoanruf.

Der ganzheitliche Prozess kann dann als KYC (Know Your Customer) bezeichnet werden.

Aufgrund der fehlenden Vorgaben und Standards haben viele Banken unterschiedliche Prozesse der Kundenverifizierung. Kunden müssen daher gegebenenfalls mehrere KYC-Prozesse durchlaufen, obwohl sie bereits im Umfeld einer Bank identifiziert wurden. Durch ein geteiltes und sicher verschlüsseltes System ist es möglich, dieses Problem zu umgehen und viele verschiedenen Banken könnten auf die bereits authentifizierten Daten der Kunden zurückgreifen.

Beispiel:

Der Technologiekonzern IBM arbeitet an einem Blockchain unterstützten Prozess des KYC. Dabei werden die Daten bereits identifizierter Kunden unterschiedlicher Banken auf einer geteilten Plattform hochgeladen. Hierbei werden Datenpakete so aneinandergereiht, dass durch eine unautorisierte Änderung eines Datensatzes alle anderen ebenfalls fehlerhaft sind. Aktuelle bietet IBM diese Plattform für ausgewählte Banken als ein Pilotprojekt an.

  1. Übergreifende Plattform Services

Jeder kennt es, mal besucht man eine Website oder Plattform auf dem Smartphone, mal auf dem Computer und manchmal in der App. Viele Anbieter von digitalen Plattformen, wie etwa Banken mit Online-Banking, haben das Problem eine kontinuierliche und nutzerfreundliche Nutzeroberfläche zur Verfügung zu stellen. Online-Banking in der Smartphone-App hat oftmals ein völlig anderes Erscheinungsbild als die Website desselben Anbieters. Nicht nur in der Optik der Plattformen bestehen Unterschiede, sondern viel wichtiger, auch in der Navigation und dem User Interface.

Immer mehr Organisationen fangen an, ihre Plattformen einheitlich zu gestalten, unabhängig von Gerät, Betriebssystem oder Anwendung.

Beispiel:

Der Name PayPal ist für viele Menschen ein synonym für schnelles Bezahlen und unkompliziertes Online-Shopping geworden. Egal ob auf dem Smartphone, dem Computer, dem Tablet, die Benutzeroberfläche ist auf den ersten Blick wiederzuerkennen. Sogar auf unterschiedlichen Betriebssystemen wie Android oder iOS (Apple) sind sich sowohl die App als auch die Browser-Anwendung zum Verwechseln ähnlich. Durch das gleichbleibende UX-Design erhalten die Endnutzer egal auf welchem Gerät eine bekannte und vertraute Umgebung.

  1. Nachhaltige und zielorientierte Finanzprodukte

Nachhaltige Geldanlagen sind heutzutage kein Nischenprodukt mehr. Denn, eine Vielzahl von Anlegern verfolgt bei seinen Investmententscheidungen nicht ausschließlich Renditeziele. Vielmehr möchten Investoren mit ihrem eingesetzten Kapital auch ein Stück die Welt verbessern. Wertebasierte Finanzprodukte die ESG-Kriterien berücksichtigen, bieten diese Möglichkeit. ESG-Kriterien (Enviroment, Social, Governance) beschreiben Umwelt- und Sozialaspekte sowie eine nachhaltige Unternehmensführung. Wo aber sind diese Finanzprodukte zu finden? Banken, Investmentgesellschaften und Asset Manager richten Portfolios bereits an den 17 SDG (17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung) der Vereinten Nationen aus.

In solchen Depots finden etwa Unternehmen der Rüstungs- und Pornoindustrie oder auch der Gentechnik sowie des Kohleabbaus keinen Platz. Daneben gibt es bei diesen Finanzmarktteilnehmern für Kunden die Möglichkeit, ihr eigenes Portfolio an ihren persönlichen Nachhaltigkeitszielen zu orientieren. Denn eins ist klar, was nachhaltig ist oder auch nicht, wird auf der Anlegerseite unterschiedlich beurteilt. Aus diesem Grund sollten Anleger ihre Entscheidung auf Basis transparenter und vergleichbarer Fakten und Benchmarks treffen können. Die EU-Taxonomie-Verordnung stellt hierfür den rechtlichen Rahmen dar. Sie soll für Klarheit bei nachhaltigen Investments sorgen und Greenwashing aufdecken.

Beispiel

Für die Evangelische Bank (EB) ist Nachhaltigkeit ein Unternehmensgrundsatz. Ihre Anlagestrategien richtet das Kreditinstitut konsequent an den 17 SDG aus. Ihre Tochter für das Asset Management,die EB-SIM, erhielt im Sustainable Investment Management beim Telos-ESG Check-2020 den Platin-Status. Telos führt Ratings unter anderem in den Bereichen Fonds, Investmentprozesse und Nachhaltigkeit durch. Der Telos-ESG-Check verschafft einen Überblick über die Positionierung eines Asset Manager im Bereich Nachhaltigkeit. Daneben fördert die EB gemeinsam mit der EB-SIM ein Forschungsprojet der Universitäten Kassel und Hamburg. Hierbei geht es um eine Studie für mehr Klarheit bei nachhaltigen Anlageprodukten.

  1. Geteilte Daten & Digitales Vertrauen

In einer ständig vernetzten und sich verändernden Umgebung kann es schwer sein, mit dem Tempo anderer Akteure mitzuhalten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im gemeinsamen Arbeiten.

Das Ziel: Durch ständige Konnektivität aus den Fehlern und Erfolgen anderer zu lernen und zu profitieren. Sowohl die EU als auch Großbritannien wollen in Zukunft Maßnahmen erarbeiten, welche die Zusammenarbeit von FinTechs basierend auf einer geteilten Datenbank ermöglichen. Open Finance beschäftigt sich jedoch nicht nur mit der Zusammenarbeit von Akteuren im Finanzsektor, sondern auch mit der dezentralen Steuerung von Finanzmärkten und Transaktionen, um so eine transparente und sichere Umgebung für alle Beteiligten zu schaffen.

Die gemeinsame Nutzung von Daten steht aktuell noch in den Startlöchern, eine große Herausforderung ist der Frage der Sicherheit. Lösungen wie Blockchain, Crypto-Tokens und viele mehr beschäftigen weltweit unzählige FinTechs.

Beispiel:

Die geteilte Nutzung von Daten oder Open Banking wird in Deutschland und Europa bereits von vielen Banken und FinTechs genutzt. Ein Beispiel ist die freiwillige Weitergabe von Kontodaten einer Bank an Drittanbieter wie Investmentportale. Durch die geteilte Datennutzung wird dem Endnutzer eine nahezu grenzlose Welt an digitalen Finanzdienstleistungen geboten. Auch für die Neu- und Weiterentwicklung von innovativen Zahlungsmöglichkeiten ist die geteilte Datennutzung ein großer Schritt.

  1. Infolust / Mehr Transparenz in Allem

Informationen können viel bewirken, vor allem, wenn sie den Verbrauchern das Gefühl der Kontrolle geben. Gezielte Informationen über Produkte ermöglichen es Kunden, Szenarien und Situationen zu durchschauen und die für jeden Einzelnen richtige Entscheidung zu treffen.

Die Nachfrage der Verbraucher bestimmter Informationen liefert Unternehmen wertvolle Daten über die eigentlichen Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden – Kundenzentrierte Lösungen.

Viele Verbraucher haben immer noch Schwierigkeiten, die Informationen zu finden, die sie wirklich suchen. Sie suchen nach Marken, die ihnen helfen, immer einfacher an transparente und verständliche Informationen zu gelangen.

Beispiel:

Der schwedische Textilkonzern H&M arbeitet seit Jahren daran, seinen Kunden wertvolle und wichtige Informationen unkompliziert zur Verfügung zu stellen. Transparenz und die klare Darstellung von Informationen gegenüber ihren Kunden gehören zu den wichtigsten Werten des Unternehmens. Im Jahr 2013 veröffentlichte H&M als erstes Textilunternehmen weltweit eine Liste mit Lieferantendaten und aussagekräftige Fakten über die verwendeten Rohstoffe.

Weiterhin ist H&B bestrebt, Ihre Kunden über Produkte, Supply Chain, Nachverfolgung der Produkte und interne Standards des Unternehmens zu informieren.

  1. Blockchain & Crypto-Tokens

Der Wechsel zu Open Finance und einer dezentralen Finanzwirtschaft fordern neue Methoden und innovative Wege des Zusammenarbeitens. Das Rückgrat zukünftiger Transaktionen ist die Blockchain-Technologie. Aber was genau ist das eigentlich?

Blockchain ist ein aus zufälligen Zahlen- und Buchstabenkombinationen bestehender Algorithmus. Man kann es sich als eine Art kettenförmiges Puzzle vorstellen. Allerdings passt jedes einzelne Teil nur dann, wenn alle andern Puzzleteile vorher auch ineinandergreifen. Sollte aus irgendeinem Grund ein Teil fehlerhaft sein, sind alle folgenden Teile der Blockchain ebenfalls fehlerhaft. Durch diese einzigartige Kombination an Daten wird sichergestellt, dass jede Transaktion fehlerfrei und nachvollziehbar ist. Durch diese Technologie ist es möglich, unabhängige und sichere Finanzsystem wir zum Beispiel Crypto-Tokens zu erschaffen.

Beispiel:

Das wohl prominenteste Beispiel sind Kryptowährungen oder Crypto-Tokens wie Bitcoin oder Ethereum. Beide sind dezentrale digitale Währungen und werden weder von einer Person oder noch von einer Organisation kontrolliert. Die fehlende Kontrolle bedeutet aber keinesfalls weniger Sicherheit. Das Gegenteil ist der Fall, Dank der Blockchain-Technologie kann jede Transaktion zu jeder Zeit und von jedem Nutzer nachvollzogen und kontrolliert werden. Wird sie hingegen manipuliert oder entspricht sie nicht dem vereinbarten Volumen an „Tokens“, so ist es unmöglich, diese auszuführen.

  1. KI-optimierter Kundenservice

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) im Kundenservice bietet einige Vorteile gegenüber dem klassischen Kundensupport. Der signifikanteste Vorteil ist dabei wohl die Möglichkeit hochwertigen und personalisierten Support rund um die Uhr anbieten zu können – 24 Stunden und 7 Tage die Woche. Unternehmen können durch KI-Kosten und wertvolle Ressourcen einsparen. Aber wie funktioniert das?

KI ein Bestandteil der Computerwissenschaften, welche Technologien entwirft, die die menschliche Fähigkeit zu denken repliziert und in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen.

Beispiel

Software-Anwendungen wie einen Chatbot sind aktuell die beliebteste Form der KI-Integration, um besseren Support bieten zu können. Stellt ein Kunde eine Frage, setzt sich die KI mit den Daten und Fragen des Kunden auseinander und sucht basierend auf einer groben Struktur und vorherigen Fällen nach einer passenden Lösung. Mit jedem Fall lernt die KI dazu und verändert ihre Struktur, so werden die Lösungsvorschläge von Mal zu Mal besser.

  1. Gesundheit und Digitalisierung

Auf seine Gesundheit zu achten und sich und sein Umfeld zu schützen, nimmt einen zunehmend hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Junge Menschen fangen früh an, sich über ihr direktes und indirektes Umfeld sowie bestimmte Faktoren zu informieren. Am anderen Ende der Gesellschaft werden Menschen immer älter und wollen nichts an ihrer Lebensqualität im Alter vermissen.

Die Vernetzung von Menschen und Digitalisierung zur rechten Zeit und im angepassten Maße kann gegen Krankheiten jedes einzelnen vorbeugen und das Altern maßgeblich erleichtern.

Beispiel

Gucken Sie doch mal auf Ihr Handgelenk, die Chancen stehen gar nicht so schlecht, dort eine Smartwatch oder ein Fitnessarmband zu finden. Sollten Sie ein solches Gerät verwenden, misst dieses mit Sicherheit Daten wie Puls, gegangene Schritte, Blutsauerstoff, Geräuschkulisse usw. All diese Daten können dann von verschiedenen Apps zur Analyse verschiedener Faktoren Ihrer Umgebung und der körperlichen Fitness genutzt werden. 

  1. Konnektivität in der Gesundheit

Die Tatsache an nahezu jedem beliebigen Ort dieser Welt miteinander vernetzt zu sein, ermöglicht neue Dimensionen der Kommunikation und der gemeinsamen Interaktion. Egal ob das digitale Gespräch mit dem Arzt oder erste Operationen mit Unterstützung von Robotik, alles basiert auf dem Potenzial digitaler Netzwerke.

Weiterhin bietet uns die Verlinkung unterschiedlicher Technologien eine Fülle an interessanten und wichtigen Daten. Big Data ist keine Zukunftsmusik mehr, Datenmengen werden exponenziell großer und können uns helfen, Entwicklungen und Istzustände zu erkennen und dann die richtige Entscheidung zu treffen. Trotz all der Vorteile und Möglichkeiten digitaler Vernetzung darf eines nicht vergessen werden – der Mensch muss im Mittelpunkt stehen. Die richtige Balance zwischen digitalen und analogen Welten zu finden, ist aktuell ausschlaggebend für den gemeinsamen Erfolg.

Beispiel

Tech-Giants wie Apple, Samsung, Google oder Huawei bieten zahlreiche Geräte von Smartphones über intelligente Kopfhörer bis zu Smartwatches an. All diese Geräte sind in der Lage, in geschlossenen Systemen der Hersteller miteinander zu kommunizieren. Durch die Verwendung von Gesundheits-Apps wie Apple Health, Fitness-Apps wie Strava oder Nike Run Club können die gemessenen Daten visualisiert mit den Verbrauchern geteilt werden. Die Vernetzung Ihrer Smartwatch mit dem Internet macht es beispielsweise möglich, dass Sie Ihren Besuch im Fitnessstudio im Nachhinein auswerten können, ohne dass Sie ihr Smartphone überhaupt dabei hatten.

  1. Individualisierung

Sich zu unterscheiden und sich selbst zu verwirklichen ist für viele Menschen von größter Bedeutung. Entscheidungen frei treffen zu können und seine Bedürfnisse erfüllen zu können wird ein immer wichtigerer Teil digitaler Infrastrukturen.

Die intelligente und personalisierte Auswertung von Datensätzen macht es möglich, Nutzer mit den Informationen zu versorgen, die einen direkten Mehrwert mit sich bringen.

Für Unternehmen ist es ausschlaggebend zu wissen, was Kunden wirklich wollen und kundenzentriert zu agieren. Der Begriff Kundenzentrierung wird in diesem Zusammenhang oft fälschlicherweise von Unternehmen verwendet. Oft glauben Organisationen aufgrund interner Daten und Statistiken zu wissen, was ihre Kunden wollen. Doch die meisten haben den entscheidenden Faktor bei der Analyse vergessen – den Kunden selbst. Kundenzentriert denken und handeln heißt reale Kunden in den Prozess zu integrieren und nicht nur auf Grund der gesammelten Daten zu versuchen, eine Individualisierung herbeizuführen.

Beispiel:

Kosmetikhersteller wie Schwarzkopf, Function of Beauty oder Prose haben den Wunsch ihrer Kunden nach individueller und persönlicher Körperpflege verstanden und versucht, diesen in ihr Produktportfolio aufzunehmen. So ist es etwa bei Function of Beauty möglich, durch die Beantwortung einfach Fragen eine zu 100 % auf seinen Körpertypen abgestimmte Haarpflege zu erhalten.

  1. Neu-Ökologie

Intelligenter und weitsichtiger Umgang mit Ressourcen – definitiv ein ernst zu nehmender Trend dieser Zeit. Die Abkehr von einem Wegwerf- hin zu einem ressourcenorientierten Denken. Die Folge daraus ist eine „Umprogrammierung“ des gesellschaftlichen Codes. Wir gehen klüger und nachhaltiger mit den vorhandenen Ressourcen um. Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit wandeln sich zunehmend vom individuellen Lifestyle und Konsumtrend zu einer gesellschaftlichen Bewegung – das neue ökologische Milieu. Menschen in diesem Milieu sind umweltbewusst, progressiv und realistisch, pragmatisch sowie offen für Neues. Durch innovative Technologien und Systeme, durch „Green Tech“ und progressive, durchdachte Verfahren, müssen wir bei diesem Trend nicht einmal auf vieles verzichten.

Beispiel:

Aufgrund neuer Wertvorstellungen in der Gesellschaft ist eine ständige Entwicklung hin zu grünen und „verantwortungsvollen“ Märkten zu erkennen. Immer mehr Unternehmen passen sich an Trends wie Nachhaltigkeit, Infolust oder Unternehmens-Purpose an und befriedigen so die Wünsche und Anforderungen eines neuen Milieus.

  1. Silver-Society

Seit einigen Jahren sorgt die niedrige Geburtenrate für eine Veränderung der Altersstruktur. Der prozentuelle Teil der über 60-Jährigen unsere Gesellschaft steigt stetig an. Die sogenannten Baby-Boomer machen aktuell 20 % der Gesellschaft aus. Bis 2060 wird wird vermutlich der Anteil der über 60-Jährigen auf ein Drittel ansteigen. Der große Anteil an älteren Menschen zwingt die Gesellschaft dazu, ihre Strukturen anzupassen und ggf. komplett zu erneuern. Der Trend „Silver Society“ belegt ein neues Lebensgefühl und fördert ein besseres Generationenverständnis. Denkweisen und Lebenswelten der Menschen entwickeln sich neu – ein 60-Jähriger von heute fühlt sich so jung wie noch nie in der Vergangenheit.

Beispiel:

Aufgrund des stetig ansteigenden Durchschnittsalters der Gesellschaft haben zahlreiche Industrien weltweit mit neuen Herausforderungen, aber auch neuen Kundensegmenten zu rechnen. Die Nutzung von Technologien ist für viele Menschen im hohen Alter alltäglich, aber kann dennoch eine Barriere darstellen. Viele Apps und Geräte sind hauptsächlich auf junge Menschen mit einem fast schon natürlichen Verständnis für Technologien entwickelt worden. Hersteller wie media4care und Doro versuchen neueste Technologien mit benutzerfreundlicher Software zu verbinden.

  1. Urbanisierung

Immer mehr Menschen leben weltweit in Städten und machen sie somit zu den wichtigsten Lebensräumen der Zukunft. Städte sind mehr als Orte – sie sind hyperkomplexe, dynamische Systeme, wichtige Problemlöser globaler Herausforderungen, kreative Zentren der Gesellschaft, Knotenpunkte der Wirtschaft und politischer Akteure. Doch mit allen Möglichkeiten kommen auch Herausforderungen, die kanalisiert werden müssen. Themen wie Klimaschutz, Work-Life-Balance, digitale Transformation und vernetztes Zusammenleben oder die alltägliche Vorsorge erfordern eben innovative Lösungen.

Beispiel:

Lösungen wie die 15-Minuten Stadt, ein Ort in der fast jedes Ziel in unter 15 Minuten zu erreichen ist. Oder Superblocks, autarke Wohnbereiche mit individuell auf die Bewohner angepassten Systemen und unterschiedlichen sozialen Umfeldern sind innovative Schritte in die richtige Richtung und können helfen das Leben in Stand weiterhin zu verbessern.

  1. New Work

Das Verständnis von Arbeit wie wir sie kennen, unterliegt unter dem Einfluss der Digitalisierung einem grundlegenden Wandel. Die klassische Karriere hat ausgedient, die Sinnfrage rückt in den Vordergrund. Die Grenzen zwischen Leben und Arbeiten verschwimmen im Alltag auf produktive Weise. Als Arbeit gilt künftig die Summe aller Beschäftigungen zu unterschiedlichen Lebensphasen.

Nicht zuletzt durch die globale Pandemie und den dadurch bedingten Digitalisierungsschub haben sich New-Work-Modelle wie Work-Life-Blending, Kollaboration und Remote-Workals Teil des täglichen Lebens etabliert.

Damit Unternehmen mit den neuen Anforderungen an den Job mithalten können, ist es für viele zwingend notwendig, ihre Unternehmenskultur anzupassen.

Beispiel:

Anders als beim Modell der Work-Life-Balance meint Work-Life-Blending nicht die strikte Trennung von Arbeitswelt und Privatleben. Vielmehr ist es der Versuch, eine ausgewogene und gesunde Beziehung zwischen Arbeit und Privatleben zu erschaffen. Flexible Arbeitszeiten helfen dabei, Privatleben und Job aufeinander abzustimmen – der Nine-to-five-Job hat ausgedient. Aber auch Ideen wie Qualität vor Quantität oder communitybasiertes Arbeiten werden unseren zukünftigen Arbeitsalltag beeinflussen.

Ja, die digitale Transformation ist eine große Herausforderung – insbesondere für Unternehmen und Organisationen, die „das schon immer so gemacht haben“. Lassen Sie uns gemeinsam Dinge hinterfragen.

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