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Greenwashing erkennen und vermeiden

Greenwashing erkennen und vermeiden

Nachhaltig, regional und ökologisch – Begriffe, die sich mittlerweile auf unzähligen Produkten wiederfinden. Dabei denkt sich normale Verbraucherinnen und Verbraucher: Super, das Produkt kaufe ich, denn dann leiste ich auch meinen ganz persönlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit – inklusive eines guten Gewissens. Doch nur zu oft sind diese Versprechen neben schönen grünen Bildern und seriös klingenden Siegeln eher „heiße Luft“ als Indizien für tatsächliche Nachhaltigkeit. Hintergrund: Viele Unternehmen sind auf den aktuellen Trend aufgesprungen und betreiben Greenwashing – stellen also ihre Produkte oder Dienstleistungen in “grünes Licht”. Ohne wirklich nachhaltig zu sein – oftmals eben nur leere Versprechen und gute PR… Warum Unternehmen Greenwashing betreiben und wie Sie glaubwürdig Nachhaltigkeit nachweisen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was ist Greenwashing?

Der Begriff ist Programm. Unternehmen wollen ihren Produkten einen nachhaltigen Anstrich geben, ihre Dienstleistungen „grün waschen“. Das Ziel von Greenwashing ist einfach, sich selbst nachhaltiger darzustellen, als sie es eigentlich sind. So wird mit nachhaltigen und klimaneutralen Produkten geworben – die es leider entweder gar nicht erst sind oder die weniger als ein Prozent des Umsatzes ausmachen. Diese Unternehmen nutzen verschiedene Ansätze, um sich umweltbewusst darzustellen. Wir stellen Ihnen heute beispielhaft drei dieser Strategien vor, die Greenwasher nutzen und welche Sie selbst besser vermeiden sollten!

Strategien von Greenwashing

  • Nutzung ungeschützter Bezeichnungen:

Weder ist der Begriff „nachhaltig“ hinreichend definiert, noch sind es „regional“, „ökologisch“ oder „klimaneutral“. Diese nicht geschützten Bezeichnungen dürfen rechtlich einwandfrei ohne weiterführende Erklärung genutzt werden – zum Nachteil der Verbraucherinnen und Verbraucher. Achten Sie deshalb immer darauf zu erklären und besser noch zu beweisen, weshalb gerade Ihr Produkt wirklich nachhaltig ist.

  • Nutzung erfundener oder irreführender Siegel:

Meist nur eine Fingerübung eines talentierten Grafikers – schöne Siegel und Prädikate. Selbst entwickelte Siegel mit den Versprechen „regional“ oder „nachhaltig“ werden immer häufiger ohne Grundlage oder Einhaltung von einheitlichen Normen verwendet. Normale Verbraucherinnen und Verbraucher können die Unterschiede zwischen erfundenen und seriösen, unabhängig geprüften Siegeln meist nicht erkennen. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Internetseite: https://www.siegelklarheit.de/, einem Projekt der Bundesregierung für eine Übersicht zu seriösen Siegeln.

  • Das gesamte Sortiment wird durch einzelne umweltfreundliche Produkte verharmlost

Viele Einzelhändler nutzen diese Strategie, in dem Sie ein nachhaltig hergestelltes Produkt als „Leuchtturm“ in ihrem Sortiment verkaufen und damit den Kauf von allen anderen nicht-nachhaltigen Produkten forcieren wollen. Meist macht das nachhaltige Produkt nicht einmal ein Prozent des Umsatzes aus. Verbraucherinnen und Verbrauchern wird also eine kleine Veränderung des Unternehmens als riesiger Wandel zur Nachhaltigkeit suggeriert.

Warum betreiben Unternehmen Greenwashing?

Nachhaltigkeit wird mehr und mehr ein wichtiges Thema in der Gesellschaft geworden. Nicht zuletzt die „Fridays for Future“-Bewegung hat zu diesem Sinneswandel beigetragen. Auch in der Politik werden regelmäßig neue Gesetze verabschiedet, um ein nachhaltiges Wirtschaften nicht nur in der gesamten EU, sondern auch konkret in Deutschland steuern zu können. Mit der EU-Nachhaltigkeitstaxonomie, die im Jahr 2022 in Kraft tritt, werden relevante Kriterien zur Überprüfung des Engagements zu Klima und Umwelt in wirtschaftlichen Tätigkeiten relevant. Viele Unternehmen müssen deshalb jetzt schon umdenken und sich an die neuen Anforderungen anpassen. Um Greenwashing zu vermeiden und eine seriöse und konkrete Nachhaltigkeitsstrategie aufzubauen, benötigen immer mehr Unternehmen Beratung. Wer es jedoch „falsch“ machen möchte, betreibt Greenwashing. Denn nur wirklich „grüne“ Produkte und Dienstleistungen bringen dem Unternehmen auf lange Sicht Vertrauen und mehr Umsatz.

Wie kann man Greenwashing vermeiden?

Um als Unternehmen nicht selbst in die Greenwashing-Falle zu tappen und durch Unglaubwürdigkeit seine Kundinnen und Kunden zu verlieren, sollten Sie Transparenz zeigen. Nicht nur erwähnen, dass Ihre Produkte nachhaltig sind, sondern beweisen! Es gibt eine Vielzahl von Siegeln und Zertifizierungen, die Ihnen dabei helfen können, Nachhaltigkeit im Unternehmen nachzuweisen. Vermeiden Sie PR- und Online-Marketing-Maßnahmen zur Nachhaltigkeit, wenn keine wirkliche Substanz dahintersteckt. Verbraucherinnen und Verbraucher können online ganz einfach überprüfen, ob Sie tatsächlich nachhaltig engagiert sind oder nicht. In vielzähligen gut recherchierten Blogbeiträgen, Dokumentationen oder sogar auf YouTube informieren engagierte Verbraucherinnen und Verbraucher über Unternehmen, welche tatsächlich Greenwashing betreiben. Damit nicht auch Ihr Unternehmen in diesen Recherchen negativ auffällt, vermeiden Sie ganz einfach Greenwashing… Überzeugen Sie mit Fakten und handeln Sie, denn Worte ohne Bedeutung machen die Welt nicht wirklich nachhaltiger.

Folgen von Greenwashing

Unternehmen, die Greenwashing betreiben verlieren an Glaubwürdigkeit. Punkt. Dieser Glaubwürdigkeitsverlust schlägt sich auf das Kaufverhalten der Kundinnen und Kunden nieder, denn sie möchten sich nachhaltig engagieren und zahlen meist auch gerne einen Aufpreis dafür. Wenn das als nachhaltig beworbene Produkt doch nicht so grün ist, suchen sich Verbraucherinnen und Verbraucher ganz einfach eine Alternative. Das spiegelt sich nicht nur im Umsatz wider, sondern auch in der Reputation. Bekommen Sie nur noch negative Bewertungen oder landen auf „Greenwashing-Listen“, sind Sie ganz schnell weg vom Fenster.

Nachhaltigkeit ist weit mehr als ein Marketing-Trend. Mehr noch: Sie haben es selbst in der Hand und können Ihren Beitrag leisten, ohne betrügen zu müssen.

Ja, die digitale Transformation ist eine große Herausforderung – insbesondere für Unternehmen und Organisationen, die „das schon immer so gemacht haben“. Lassen Sie uns gemeinsam Dinge hinterfragen.

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