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Transparenz in der digitalen Welt

Die Digitale Transformation findet nicht nur im Bereich der Technologie statt wie manche gerne glauben. Vielmehr führt sie auch in den Bereichen Kommunikation, Wirtschaft & Arbeit sowie Gesellschaft & Politik zu weitreichenden Veränderungen, wie eine aufschlussreiche Studie des Institute of Electronic Business (IEB) jüngst deutlich machte. Wo Technik auf gesellschaftspolitische Normen und auf oft über Jahrzehnte lang eingeübte Sichtweisen prallt, verändern sich Gemengelagen und entstehen neue Chancen, aber auch neue Herausforderungen. Welche Wechselwirkungen gibt es beispielsweise zwischen den neuen digitalen Techniken und dem Schlüsselfaktor Transparenz aus dem Bereich Gesellschaft & Politik?  Der Rat der Internetweisen, ein vom IEB eigens einberufenes Expertengremium trifft dazu folgendes Statement: „Im Netz eröffnen sich neue Möglichkeiten der Transparenz im öffentlichen Raum. Der Wunsch nach zuverlässigen Informationen seitens der Bürger steigt und wird durch die digitalen Medienangebote und Plattformen, in denen prinzipiell jeder Internetnutzer eine Stimme hat, verstärkt.“

Was steckt hinter dem Begriff Transparenz?

Transparenz bedeutet Durchsichtigkeit (lat. transparens „durchscheinend“) sowie Nachvollziehbarkeit von Abläufen. Der Ruf nach mehr Transparenz wird allenthalben lauter, in der Politik, in der Wirtschaft, in der Finanzwelt und auch in den Sozialen Medien. Um letztere geht es bei dem Schlüsselfaktor Transparenz. Durch das World Wide Web sind wir näher zusammengerückt, wir kommunizieren quer über den Erdball und wir können dies tun entweder unter Preisgabe unserer eigenen Identität, oder unter dem Deckmantel einer falschen Identität.  Lobte man zu Beginn der Internetära die demokratischen Ansätze des Internets für Alle, so ist heute die Anonymität im Netz das Einfallstor für Diffamierung, Kriminalität, Shit Storm Aktivitäten, Fake News und vieles mehr.

Guter Journalismus versus Fake News

Der Unterschied zwischen Fake News und gutem Journalismus wird dabei deutlich: Guter Journalismus basiert auf seriösen Quellen und kann diese auch benennen, Fake News basieren auf erfundenen Geschichten und setzen auf die Unbedarftheit ihrer Adressaten. Fake News können die Spaltung einer Gesellschaft massiv vorantreiben, sie bedienen sich dabei folgender Methoden: „Fake-Profile, hinter denen keine echten Menschen stehen, Verstärkungskampagnen, die bestimmte Posts und Geschichten beliebter erscheinen lassen, als sie in Wirklichkeit sind, Fake-Stories, also Geschichten, die … unwahr sind sowie …falsche Narrative: Netzwerke aus Menschen und Bots gehen dabei organisiert vor, um einen stetigen Strom von Informationen zu produzieren, durch den ein Thema gesetzt wird. (Quelle: https://www.spiegel.de/politik/ausland/europawahl-2019-anne-applebaum-ueber-fake-news-und-desinformationskampagnen-a-1267521.html)

Fake News in der Politik

Immer mehr Menschen decken ihren Informationsbedarf mit Nachrichten aus dem Netz ab. Da Meldungen, die im Netz erfolgen, einen sehr viel höheren Verbreitungsgrad haben als die anderer Medien, bietet diese Möglichkeit der Berichterstattung eine gute Plattform, um sowohl seriöse Nachrichten abzusetzen wie eben auch Fake News. Von letzteren gehen nicht zu unterschätzende Gefahren aus, können sie doch dank des Multiplikators Social Media das Stimmungsbild von Millionen Menschen beeinflussen. Die Politik ist diesbezüglich aufgewacht: Unterstellte man schon in 2016, dass der Brexit in einem gewissen Umfang auch mithilfe von Fake News eingeleitet wurde, so wissen wir seit einiger Zeit, dass es gezielte Desinformationskampagnen gibt, die der Politik durchaus Sorge bereiten. Man schreibt diese Kampagnen in Europa insbesondere dem rechten Lager zu und vor den Europawahlen gab es zahlreiche Warnungen vor politischer Beeinflussung durch Interessensgruppen, die das Prinzip der Fake News für sich ausnutzen. Frankreich hat auf derlei Beeinflussungsversuche bereits reagiert: Man hat dort Ende 2018 ein Gesetzespaket gegen gezielt gestreute Falschinformationen in Wahlkampfzeiten beschlossen (Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Frankreich-Abgeordnete-beschliessen-Gesetz-gegen-Fake-News-4227977.html)

Wieviel Transparenz im Netz wollen wir?

Transparenzmängel werden aber auch den Internetgiganten wie Amazon oder Google angekreidet. Worauf basiert eigentlich deren Ranking? Stehen diejenigen Anbieter im Ranking weiter oben bzw. an vorderster Stelle, welche die größten Provisionen entrichtet haben? Die EU-Kommission fordert hier mehr Transparenz und hat eine entsprechende Richtlinie beschlossen. Und wie ist künftig mit Vorfällen umzugehen wie dem Terroranschlag von Christchurch in Neuseeland, bei dem der Täter seine Tat mitfilmte und live ins Netz übertrug. Millionen Menschen klickten später das Video an. Auf dem sogenannten Christchurch-Gipfel kamen 17 Länder, darunter Neuseeland, Frankreich, Kanada und Vertreter der EU sowie die Internetriesen Facebook, YouTube, Microsoft, Amazon, Google und Twitter überein, dem Terrorismus künftig keine Plattform mehr bieten zu wollen. Facebook kündigte verschärfte Regeln für das Missbrauch Live streamen an und investiert in entsprechende Technologien, um das Live streamen der Nutzer besser auf hin kontrollieren zu können.

Ausblick

Das ursprünglich für wissenschaftliche Zwecke konzipierte und auf Netzneutralität ausgelegte  Internet ist inzwischen zum lukrativen Milliardengeschäft für eine Vielzahl von Unternehmen mutiert. Mit der kommerziellen Nutzung des Internets wuchsen die Begehrlichkeiten und heute reichen die Möglichkeiten, die das Netz bietet, in alle gesellschaftspolitischen Bereiche hinein bis hin zur Option potenzieller Kriegsführung im Cyberspace. Ein auf das Notwendigste verknappter Online-Journalismus, Fake News, Cyber-Mobbing und Cyber-Stalking sind einige der Schattenseiten der Möglichkeiten grenzenloser  Kommunikation. Höchste Zeit, allgemeinverbindliche Regeln aufzustellen und der Anonymität im Netz Einhalt zu gebieten. Doch wie weit darf man dabei gehen? In Singapur beispielsweise drohen demjenigen, der mit Fake News die Harmonie des Stadtstaates stört 450.000 Euro Geldstrafe und bis zu zehn Jahren Haft. Die Regierung entscheidet darüber, welche Inhalte genau die Harmonie stören und auch die Großen des Internets wie Facebook müssen sich dem Willen der Regierung beugen und ungewollte Inhalte entfernen (Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/fake-news-singapur-gesetz-101.html). Der Grat, der zwischen dem überfälligen Schutz der Internetnutzer und dem Schreckensbild staatlicher Zensur verläuft, ist schmal. Das Internet hat mittlerweile ein Potenzial erreicht, mit dem sich Krisen und Kriege entfachen lassen. Umso dringlicher ist es, für Medienregulierung zu sorgen, kriminellen Machenschaften mit international verbindlichen Regelwerken entgegenzutreten und im Niemandsland der Regulierung klare Regeln zu schaffen,  auch was die Geschäftspolitik der Internetgiganten wie Facebook, Amazon oder Google betrifft. In der demokratischen Regulierung des Internets, der sogenannten Internet Governance, liegt eine der großen Zukunftsaufgaben der internationalen Staatengemeinschaft sowie aller sonst beteiligten Akteure.

Die Chancen und Herausforderungen des Schlüsselfaktors Transparenz auf einen Blick:

Chancen:

Es wird schwieriger, Sachverhalte dauerhaft und wirksam geheim zu halten: Informationen, die einmal an die (digitale) Öffentlichkeit gelangt sind, lassen sich kaum mehr „zurückholen“.

Herausforderungen:

Auf der anderen Seite sinkt die Transparenz, weil algorithmische Filter-, Scoring- und Rankingverfahren automatisiert operieren und digitale Plattformen im Unterschied zu klassischen Medien keiner Medienregulierung unterliegen; die tatsächliche Autorenschaft kann verschleiert werden(„Fake News“).

Ja, die digitale Transformation ist eine große Herausforderung – insbesondere für Unternehmen und Organisationen, die „das schon immer so gemacht haben“. Lassen Sie uns gemeinsam Dinge hinterfragen.

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