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Demografischer Wandel

Heute richten wir für Sie den Fokus auf den demografischen Wandel, einen der acht Schlüsselfaktoren aus dem Bereich Gesellschaft & Politik. Zur Erinnerung: Schlüsselfaktoren sind diejenigen Trends und Entwicklungen, die in den kommenden Jahren den digitalen Wandel beeinflussen oder aus ihm heraus entstehen. Das Institute of Electronic Business (IEB) hat sie gemeinsam mit dem Rat der Internetweisen identifiziert (Quelle:https://www.schluesselfaktoren.de/).

Der Begriff demografischer Wandel beinhaltet zunächst ganz allgemein ausgedrückt alle Aspekte der Bevölkerungsentwicklung im Hinblick auf Geburtenzahlen und Sterbefälle, Altersstruktur, Zu- und Fortzüge sowie Ausländeranteil und Anzahl der Neubürger. Ein wesentlicher Aspekt des demografischen Wandels für die Bundesrepublik Deutschland ist die Tatsache, dass die Menschen hier immer älter werden, die Geburtenrate aber zurückgeht. (Quelle:http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/240461/demografischer-wandel) Dies bedeutet faktisch eine Überalterung der Gesellschaft. Im Kontext der digitalen Transformation unserer Gesellschaft bedeutet der demografische Wandel aber auch einen digitalen Wandel: Die Generation der Baby-Boomer tritt ab, die Generation der Digital Natives übernimmt das Ruder. Der Rat der Internetweisen sieht es so: „Unsere Gesellschaft wird immer älter. Im digitalen Zeitalter bedeutet dies: Digital Natives sind die Generation der Gegenwart, jedoch relativ zur Bevölkerung noch eine Minderheit – aber der „digitale Graben“ zwischen den Generationen wird immer kleiner.“

Zahlen, die für sich sprechen

Zum Ende des Jahres 2017 betrug der Anteil der Menschen in Deutschland im Alter von 40 bis 59 Jahren rund 24 Millionen. Rund 23 Millionen Menschen waren 60 Jahre und älter, dem gegenüber standen rund 22 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren. (Quelle:https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1365/umfrage/bevoelkerung-deutschlands-nach-altersgruppen/)

Der demografische Wandel fordert seinen Tribut: Immer weniger junge Menschen kommen als Beitragszahler für die Älteren in Betracht, Rentenkassen, Krankenkassen sowie Pflegeversicherungen geraten unter Kostendruck. (Quelle:http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/240461/demografischer-wandel)

Vom Digital Native zum Silver Surfer

Digital Natives, zu Deutsch etwa Digitale Eingeborene, das sind nach Palfrey und Gasser alle nach 1980 geborenen Menschen, die erste Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist. (Quelle: https://en.bankenverband.de/blog/digital-natives-werden-uberschatzt-vor-allem-von-sich-selbst/). Synonym dazu werden auch gerne die Begriffe Generation Internet oder Generation Y verwendet. Die Digital Natives gelten als gut ausgebildet, sie sind mit Internet, E-Mail, Smartphones und sozialen Netzwerken groß geworden und daher Meister der Vernetzung. Machtstreben und hierarchisches

Denken sind ihnen eher fremd, sie fragen nach der Sinnhaftigkeit ihres Daseins und ihrer Beschäftigung. Die Silver Surfer – auch Digital Immigrants genannt – hingegen sind Internet-Nutzer mit einem Lebensalter ab 50 Jahren aufwärts. Sie unterteilen sich in noch berufstätige Best Ager oder im Ruhestand befindliche Senioren. Immer häufiger ist auch diese für das Marketing äußerst wertvolle, da nicht unvermögende Zielgruppe im Internet anzutreffen. Digitale Innovationen wie Assistenzsysteme beim Auto sollten auch mit Augenmerk auf die Bedürfnisse der älteren Generation entwickelt werden.

Demografischer Wandel und Arbeitsmarkt

Drastische Veränderungen kommen auf den Arbeitsmarkt zu, wenn die Anzahl der erwerbstätigen Personen von 2009 bis 2030 um 7 Millionen Beschäftigte sinken wird und schon im Jahr 2017 etwa 40 Prozent der Beschäftigten über 50 Jahre alt waren. Ab 2025 werden die Babyboomer, also die geburtenstarken Jahrgänge 1954 bis 1969, nach und nach in Rente gehen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird schrumpfen. Zugleich wird die Digitalisierung so manchen Arbeitsplatz überflüssig machen bzw. neue Berufsbilder und Arbeitsplätze schaffen, die spezielle digitale Kompetenzen erfordern. Personaler fordern daher mehr Weiterbildung für alle Beschäftigten, insbesondere auch für angelernte Kräfte und die älteren Arbeitnehmer (Quelle:https://www.perwiss.de/demografischer-wandel.html).

Welche Skills das digitale Zeitalter einfordert

Die veränderte Wertehaltung der Digital Natives bringt weitreichende Veränderungen mit sich, die bis hin zu einer Neuausrichtung des gesamten Bankensektors reichen. So investierte beispielsweise die Commerzbank allein bis 2016 rund 220 Mio. Euro in den Ausbau digitaler Angebote (Quelle: .PDF Bankenverband). Digitalisierung, FinTechs, Blockchain, das sind nur einige Schlagworte, die das Bankenwesen revolutionieren werden. Aber diese Veränderungen erfordern auch einen veränderten Umgang mit Daten seitens der Verbraucher, denn manch ein Kreditinstitut zieht zur Klärung der Kreditwürdigkeit die Profile der potenziellen Kreditnehmer in den sozialen Netzwerken heran.

Verbraucherkompetenzen sind gefragt, denn die Daten in den sozialen Netzwerken werden zum handelbaren Gut (Quelle:https://www.zfoeb.de/2017_6/2017-6_147-170_Schuhen_Askari_Schuerkmann.pdf). Mit einer sich immer rascher wandelnden Welt sind des Weiteren Flexibilität, Gestaltungswille und eigenverantwortliches Agieren der Arbeitnehmer gefragt. Die Generation Y bringt diese Skills mit und in Folge wird es zu veränderten Arbeitszeitmodellen und Arbeitsplatzkonzepten kommen.

Ausblick

Der Generationenwechsel kommt und die Digital Natives übernehmen das Ruder. Eine Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, als hochgebildet und leistungsstark gilt. Junge Menschen, denen neben dem Arbeitsleben auch an persönlicher Lebensqualität gelegen ist, die flexibel, gut vernetzt und digital hoch kompetent dem Arbeitsmarkt der Industrie 4.0 ausgerüstet mit den richtigen Skills entgegentreten können. Dennoch sind auch die älteren Arbeitnehmer, so sie die richtige Weiterbildung erfahren, durchaus in der Lage, sich in der digitalen Welt, mit Internet, Smartphone und Computer zurechtzufinden. Sie sind aufgrund ihres Erfahrungsschatzes den Jungen an Verbraucherkompetenz vielleicht sogar manchmal überlegen. Wie die Entwicklung in den nächsten Jahren tatsächlich verlaufen wird, lässt sich nicht exakt voraussagen, aber es wird spannend werden zu sehen, wie sich der demografische und der digitale Wandel gegeneinander austarieren werden.

Die Chancen und Herausforderungen des Schlüsselfaktors Demografischer Wandel auf einen Blick:

Chancen

Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Geräten und Anwendungen sind längst kein Privileg der „Jungen“ mehr: spätestens der Erfolg von Smartphones und Tablets hat dies geändert – auch die

„Alten“ nutzen diese inzwischen mehrheitlich.

Herausforderungen

Nur die Tatsache, in das „digitale Zeitalter“ geboren zu sein, garantiert noch kein tieferes Verständnis für die tieferen Implikationen der Digitalisierung: die „Grenze“ verläuft nicht notwendigerweise zwischen den Generationen.

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