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von startups lernen

Was können etablierte Unternehmen von Start-ups lernen?

Start-up – was ist das eigentlich? Zwar wird in letzter Zeit gefühlt jedes neugegründete Unternehmen so bezeichnet, doch das ist nur bedingt richtig.

Nach Gablers Wirtschaftslexikon ist ein Start-up ein „junges, noch nicht etabliertes, Unternehmen, das zur Verwirklichung einer innovativen Geschäftsidee (mit geringem Startkapital) gegründet wird.”

Start-up-Merkmale auf einen Blick:

  • Befindet sich in der ersten Phase seines Lebenszyklus‘
  • Hat eine innovative Geschäftsidee
  • Verfügt über geringes Startkapital
  • Realisiert die Umsetzung mit überschaubarem Aufwand (Lean Management) – alles sollte möglichst schnell, flexibel und einfach umgesetzt werden
  • Verfolgt das Ziel, schnell zu wachsen
  • Hat eine flache Hierarchie
  • Wendet innovative Kommunikationsformen und -kanäle (extern sowie intern) an
  • Lebt das „Mind-Set“: Denke groß, strebe Disruption an!

Auf Grund dieser Fähigkeiten heben sich Start-ups in der Regel in Produkten, Dienstleistungen und eingesetzten Technologien sowie in ihren Strukturen und Wachstums-Strategien von den klassischen und etablierten Unternehmen ab. Die innovative Vorgehensweise der Start-ups wird auch als New Work oder Anders Arbeiten bezeichnet. Das Ziel: „Eine gemeinsame Sprache finden“. Denn nur, wenn die Kommunikation optimal läuft, werden Innovationen gefördert. Deshalb muss in Netzwerken statt in Silos gedacht, geplant und gearbeitet werden. Mehr zu diesem Thema finden Sie im Buch: Anders Arbeiten: Machen ist wie wollen, nur krasser.

Das Zeitalter des immer schneller werdenden Wandels

Als Gesellschaft sind wir an einem Punkt angekommen, wo technologische Veränderungen immer schneller über uns „hereinbrechen“. Für die Generationen vor uns dauerten Veränderungszyklen meist länger als ein Menschenleben, deutlich länger: Einbaum/Containerschiff, Rad/Fahrrad oder Telefon/Smartphone. Heute sehen und erleben wir die Auswirkungen des rasanten Fortschritts viel direkter. Da ist es nur folgerichtig, dass die Fähigkeit zur schnellen Anpassung und Krisenbewältigung eine Kernkompetenz sein muss. Und zwar nicht nur für jeden einzelnen Menschen, sondern eben auch für klassische Unternehmen.

Veränderungsbedarf entsteht dabei in ganz unterschiedlichen Bereichen. Um diesen Veränderungsprozess auch in Zukunft erfolgreich zu gestalten, ist es hilfreich, die Kernkompetenzen der Start-ups einmal unter die Lupe zu nehmen – etwa ihre Fähigkeiten zur schnellen Anpassung und ihre Agilität. In diesen Bereichen von ihnen zu lernen und im eigenen Unternehmen zu etablieren, das ist das Ziel.

Lektion 1: Feste Strukturen vs. Netzwerke

Das Start-up-Dasein erfordert ständige Improvisation, da es noch keine eingespielten Prozesse und Lösungen gibt, auf die man sich in der täglichen Arbeit beziehen könnte. Dieser Zustand ist allerdings kein Nachteil, fördert er doch die Fähigkeit, in kurzer Zeit kreative Lösungswege zu entwickeln und in Netzwerken zu arbeiten. Klar, wer nicht auf dokumentierte Vorgänge zurückgreifen kann, der wird kreativ und schafft sich eine eigene Lösung. Dabei müssen Dinge schnell gehen, wenn etwa das Produkt am Markt nicht ankommt. Dann muss es eben auf eine möglichst schnelle und einfache Weise optimiert werden. Zeit und Geld entscheiden bei einem Start-up meist über Erfolg oder Misserfolg des gesamten Unternehmens. Arbeitswege und Strukturen sollten da möglichst effizient sein. Beim etablierten Unternehmen hingegen sind Prozesse und Vorgänge seit Jahren vorgeschrieben, somit können Geld- und Zeitfresser weiterlaufen, einfach, weil das einmal so entschieden wurde. In den sog. Silostrukturen arbeiten unterschiedliche Abteilungen oft an einem mehr als ähnlichen Aufgabenbereich. So sind etwa bei einer Bank Firmenkunden- und Privatkundenbereich so verschieden nicht. Hier kann ein Aufbrechen dieser „Silos“ deutlich Manpower freisetzen und zu kostengünstigerem und agilerem Handeln führen.

Lektion 2: Unternehmenskultur

Unternehmenskultur – da denken die meisten Menschen bei Start-ups an Kicker, freies Obst und nicht zuletzt poppige Sitzgruppen. Das mag es auch geben, doch das entscheidende Moment sind flache Hierarchien. Sie sind bei Start-ups eher die Regel als die Ausnahme. Das bedeutet, es herrscht ein Klima des Vertrauens und des lockeren Umgangs miteinander, eins mit flexiblen Arbeitszeiten sowie Homeoffice – auch schon vor Corona. Frei nach dem Motto: „Solange die Leistung stimmt und die Aufgaben erledigt werden – dann ist es okay“. Dieser Teil der Start-up-Identität ist in kleinen Teams leicht zu realisieren. Achtung: Nicht alle kommen damit zu Recht. Manche Arbeitgeber haben das Gefühl, dass das gewährte Vertrauen ausgenutzt würde. Andrerseits fühlen sich Teile der Belegschaft auf Grund fehlender Prozesse ins kalte Wasser geworfen. Ein klassisches Unternehmen bietet dagegen eine strukturierte Personalabteilung, die bei allen Fragen zur Verfügung steht – das vermittelt Sicherheit und Schutz vor Überraschungen. Das Ziel muss ein praktikabler Mittelweg zwischen starren Vorschriften und Strukturen sowie einer großen Flexibilität sein – den alle mitgehen können, wo alle sich wohlfühlen und gern arbeiten und so die entsprechende Leistung abrufen.

Lektion 3: Kommunikation und Führung

Zur einer funktionierenden Unternehmenskultur gehört nicht nur das entsprechende Mind-Set, die entsprechende Unternehmenskultur eines vernünftigen Umgangs miteinander, sondern auch eine angemessene Kommunikation und Führung. In Start-ups ist die Kommunikation direkt, was gemeinsames Lernen und das Einbringen von eigenen Ideen möglich macht und sogar fördert. Das Team wird natürlich geführt, aber anders als im traditionellen Sinne. Führung in streng hierarchisch organisierten Unternehmen basiert auf Anweisung und Kontrolle. Start-ups versuchen, Führung in selbstorganisierten Teams so weit wie möglich zu delegieren. Der leitende Mitarbeiter arbeitet mehr an der Optimierung des Systems und versteht sich eher als dienende Führungskraft. In diesem Zusammenhang ist es daher notwendig, dass die Führungskräfte ein grundlegendes Verständnis der Technologien mitbringen, um für diese Rolle qualifiziert zu sein. Ein kooperativer Führungsstil setzt zudem ein hohes Maß an emotionaler Intelligenz voraus.

Lektion 4: Fehler zulassen

Selbstorganisierte Teams können Entscheidungen eigenständig fällen. Dieser Grundsatz macht die Arbeit für Menschen ohne Zweifel interessanter und spannender. Dabei lässt ein agiles Unternehmen seinen Mitarbeiter zusätzlich Freiräume, etwa in der Wahl der eigentlichen zu erledigenden Arbeit. Das beinhaltet auch, Fehler machen zu dürfen. Denn Fehler sind fester Bestandteil des Lernens und der Weiterentwicklung. Eine positive Fehlerkultur macht die Mitarbeiter motivierter und loyaler. Sie wird unter anderem dadurch gestärkt, dass man zu seinen Fehlern steht. Eine positive Fehlerkultur heißt: Sich zu Fehlern zu bekennen. Ziel ist es, die Ursache für Fehler zu finden, um diese künftig zu vermeiden. Mit anderen Worten: Fehler machen ist akzeptabel und sinnvoll. Am besten ist es sogar, viele Fehler in möglichst kurzen Zeiträumen zu machen – aber bitte jeden Fehler nur einmal. Die Voraussetzung hierfür ist eine sachliche Kommunikation aller Beteiligten und die Unterstützung der Mitarbeiter.

Das flexible Unternehmen ist die Unternehmensform der Zukunft

Unabhängig davon, ob ein Unternehmen ein Start-up ist oder bereits seit mehreren Jahrzehnten besteht. Auf Grund der sich wandelnden Welt sind Menschen wie Unternehmen gezwungen, in ihrem Wandel schnell und flexibel zu sein. So können sie sich besser auf neue Gegebenheiten einstellen und sind so den Wettbewerbern mindesten eine Nasenlänge voraus. Durch ihre Neugründung haben Start-ups aber einen entscheidenden Vorteil – sie haben keine Altlasten in Form von bestehenden Strukturen und Arbeitsweisen. Ein Grund mehr für etablierte Unternehmen, sich mit den Arbeitsweisen von Start-ups auseinandersetzen. Und, gegebenenfalls das Eine oder Andere im eigenen Unternehmen zu implementieren. Denn nur ein schnelles und flexibles Unternehmen, eines das unmittelbar auf unerwartete Herausforderungen, Ereignisse und Chancen reagieren kann, hat auch in Zukunft noch entscheidende Wettbewerbsvorteile.

von Neuem als Unternehmensberatung für digitale Transformation ist hervorragend in der Start-up-Szene vernetzt und bietet individuell konzipierte Lernreisen für Unternehmen an.

Sprechen Sie uns an und lernen Sie gemeinsam mit Ihrem Team die Arbeitsweisen und -methoden agiler Start-ups kennen!

Wir bieten Ihnen gern eine kostenfreie Erstberatung durch unseren Geschäftsführer Prof. Wolfgang Hünnekens an, falls Sie noch Fragen haben sollten.

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