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Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen (6) – 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Wissen Sie, wie viel Wasser Sie heute schon verbraucht haben? Für die meisten Menschen in Deutschland ist der unkomplizierte Gebrauch von Wasser etwa beim Kaffee kochen, Hände waschen oder dem Gang zur Toilette Alltag. Laut Statistischem Bundesamt verbraucht jeder von uns im Schnitt 128 Liter Wasser am Tag. Was dabei oft vergessen wird, ist, wie selbstverständlich der Zugang zu sauberem Trinkwasser heute ist. Für einen beträchtlichen Teil der Weltbevölkerung ist diese Selbstverständlichkeit bisher jedoch nicht gegeben.

Jeder vierte Mensch hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser

Die Vereinten Nationen schätzen, dass etwa 2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Etwa 3,6 Milliarden Menschen, und damit fast die Hälfte der Weltbevölkerung, haben zudem keine sichere Sanitärversorgung. Etwa 2,3 Milliarden Menschen haben keine Möglichkeit, sich zuhause mit Wasser und Seife die Hände zu waschen. Das ist nicht erst in der globalen Corona-Pandemie zum Problem geworden. Regelmäßiges Händewaschen ist ein hygienisches Grundprinzip, das der Ansteckung mit und der Verbreitung von gesundheitsgefährdenden Erregern effektiv vorbeugt.

In vielen Regionen der Erde erschweren klimatische oder geographische Gegebenheiten den Zugang zu Wasser. Der Klimawandel verschärft das Problem, denn Dürren und Überschwemmungen bedrohen nicht nur die Wasserversorgung, sondern auch die landwirtschaftliche Produktion. Trotz der guten Wasserversorgung hierzulande ist auch Deutschland vom Klimawandel betroffen. Der Deutsche Wetterdienst stellt fest, dass neun der zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1881 seit 2000 auftraten. Im Rekordsommer 2018 waren aufgrund von Trockenheit vor allem in den nördlich gelegenen Bundesländern gravierende Ernteausfälle zu beklagen. Zudem trägt verminderter Niederschlag in Ostbrandenburg dazu bei, dass Wasser für Privathaushalte und Unternehmen künftig rationiert werden muss – und sogar die Ansiedlung neuer Unternehmen verhindert.

Global betrachtet verursacht Wasserknappheit nicht nur direkte Probleme, sondern wirkt auch als Katalysator für gesellschaftliche Spannungen. So begünstigt Wassermangel die Intensivierung regionaler Konflikte und führt dadurch mittelbar auch zu verstärkten Migrationsbewegungen.

Der Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung ist ein Menschenrecht

Seit 2010 ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung als unverzichtbare Voraussetzung des Lebens von den Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt. Aufgrund seiner zentralen Bedeutung für Mensch und Natur ist Wasser auch Teil der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. So fordert Ziel Nr. 6 der Agenda die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Abwasser sowie den Ausbau des Zugangs zu angemessenen Sanitäreinrichtungen für alle Menschen. Konkret sollen bis zum Jahr 2030 die folgenden Ziele erreicht werden:

  • Jeder Mensch soll Zugang zu sicherem und bezahlbarem Trinkwasser haben.
  • Eine angemessene sanitäre und hygienische Versorgung soll für alle Menschen sichergestellt sein. Den Bedürfnissen von Frauen und Mädchen sowie Menschen mit Beeinträchtigungen wird besonders Rechnung getragen.
  • Die Wasserqualität soll verbessert, der Anteil unbehandelter Abwässer reduziert und Wasser wiederverwendet werden.
  • Die Effizienz der Wassernutzung soll in allen Bereichen erheblich gesteigert und die Entnahme und Bereitstellung von Süßwasser nachhaltig sichergestellt werden.
  • Auf allen Ebenen soll ein integriertes Wasserressourcenmanagement umgesetzt werden.
  • Wasserrelevante Ökosysteme wie Feuchtgebiete und Flüsse sollen geschützt und wiederhergestellt werden.
  • Entwicklungsländer sollen beim Aufbau von wasser- und hygienebezogenen Aktivitäten und Programmen unterstützt werden.

Auch wenn der Zugang zu Wasser und Sanitäreinrichtungen in Deutschland für die meisten kein Problem darstellt, so tragen wir dennoch Verantwortung für einen ressourcenschonenden Umgang. Der Klimawandel führt auch bei uns vermehrt zu Hochwasserereignissen und Dürren. Vertrocknete Ernten, die zeitweise Einstellung der Binnenschifffahrt und ausgefallene Kläranlagen sind nur einige der Folgen hiervon. Viele Unternehmen haben zudem Produktionsstandorte in Weltregionen, in denen Wasser nicht so einfach zugänglich ist wie in Deutschland. Der Schutz von Wasserressourcen geht daher alle an und fordert einen Beitrag auch von deutschen Unternehmen.

Zukunftsorientierte Unternehmen leisten schon heute einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit

Unter dem Dach der Non-Profit-Organisation Viva con Agua haben sich in den letzten Jahren mehrere Sozialunternehmen gegründet, die sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser, Sanitärversorgung und Hygiene einsetzen. Die Viva con Agua Wasser GmbH lizensiert Mineralwasser unter dem Namen „Viva con Agua“ und finanziert auf diese Weise einen Teil der gemeinnützigen Arbeit ihrer Dachorganisation. Die Goldeimer gGmbH, betreibt mobile Komposttoiletten auf Festivals und lizensiert die Produktion von Klopapier aus 100 % Recyclingpapier. Auf diese Weise finanziert Goldeimer ein nachhaltiges Geschäftsmodell ohne die Absicht Gewinne zu erzielen.

Auch große Unternehmen leisten einen Beitrag zu einem nachhaltigeren Umgang mit der Ressource Wasser. So hat sich etwa Bosch das Ziel gesetzt, an seinen Standorten in Gebieten mit Wasserknappheit die Wasserentnahme, um ein Viertel zu reduzieren. Weltweit verbindliche Standards für die Abwasserqualität sowie die Reduzierung von Abwassermengen sollen die Wasserqualität verbessern.

Wie sich nachhaltige Ziele verbinden lassen, zeigt das Berliner Unternehmen ECF Farmsystems. Das Unternehmen plant, baut und betreibt Gewächshäuser im städtischen Umfeld. Der Clou: Neben dem Anbau von Gemüse wird dort auch Fisch gezüchtet. Das Abwasser aus der Fischzucht wird als nährstoffreiche Bewässerung für die Pflanzen genutzt und reduziert auf diese Weise den Einsatz von Pflanzendünger und Trinkwasser. Durch die Kombination von Fischzucht und dem Anbau von Gemüse und Kräutern unter einem Dach entstehen Synergien, die eine nachhaltige und ressourcenschonende Produktion [SDG10] von Lebensmitteln in unmittelbarer Nähe zu Verbraucherinnen und Verbrauchern ermöglichen.

Fazit

Während Wassermangel täglich Menschen in vielen Regionen der Welt vor große Probleme stellt, ist die Versorgungslage in Deutschland noch weitegehend gesichert. Das gleiche gilt auch für den Zugang zu sicheren Sanitäreinrichtungen. Doch der Klimawandelt stellt auch Deutschland immer häufiger vor neue Herausforderungen. Wie gehen wir damit um, wenn die Sommer künftig immer heißer und trockener werden? Was können wir tun, wenn extreme Starkregenereignisse unsere Abwasserinfrastruktur gefährden? Welche Verantwortung tragen wir gegenüber Menschen, die in wasserarmen Regionen leben? Vor allem aber stellt sich die Frage, welche Verantwortung deutsche Unternehmen tragen, wenn sie in Regionen tätig sind, die durch Wasserknappheit geprägt sind. Es zeigt sich, dass einige Unternehmen bereits ein Problembewusstsein entwickelt und die Initiative für eine nachhaltige Bewirtschaftung knapper (Wasser-)Ressourcen ergriffen haben. So entstanden in den Problemfeldern „sauberes Wasser“ und „Sanitärversorgung“ kreative Ideen, die Unternehmerinnen und Unternehmer in nachhaltige Geschäftsmodelle umsetzten konnten. Gibt es auch in Ihrem Unternehmen Ideen, wie der Wasserverbrauch nachhaltiger gestaltet werden kann?

Ja, die digitale Transformation ist eine große Herausforderung – insbesondere für Unternehmen und Organisationen, die „das schon immer so gemacht haben“. Lassen Sie uns gemeinsam Dinge hinterfragen.

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