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Mittelstand – quo vadis? Eine Trendbestimmung

Angesichts der vieltausendjährigen Geschichte der Menschheitsentwicklung scheint ein gutes Jahrzehnt an industriellem Fortschritt nicht viel. Tatsächlich aber überschlagen sich aufgrund der Digitalisierung die Ereignisse branchenübergreifend und sie machen selbstverständlich auch vor dem Mittelstand nicht halt. Nie zuvor in der Geschichte der Industrialisierung hat es einen so ausgeprägten Paradigmenwechsel gegeben. Die radikalen Neuerungen, welche die Digitalisierung bis zum Jahr 2030 mit sich bringt, lassen am Ende nur Gewinner und Verlierer übrig. Dies geht aus der Studie „Trends im Mittelstand“ hervor, die von 2b AHEAD, Europas größtem Trendforschungsinstitut gemeinsam mit Siemens im Januar 2018 herausgegeben wurde. Die Weltwirtschaft entwickelt sich nicht mehr länger linear, sondern exponentiell und am Ende dieser Entwicklung könnte der Bedeutungsverlust deutscher Unternehmen stehen. Wir haben die Aussagen der Studie für Sie in unserem Blog gebündelt und einige wesentliche Aspekte herausgestellt. Lesen Sie, wie Sie Ihr mittelständiges Unternehmen so aufstellen können, dass es in 2030 zu den Gewinnern zählt.

Was bis 2030 auf Sie zukommt:

Die Studie identifiziert zwei große Trendfelder, in denen die Veränderungen sich abspielen werden. Das erste Trendfeld adressiert vier wichtige Einflussfaktoren rund um den deutschen Mittelstand: Die German Angst vor der Digitalisierung und ihrem Tempo, den Generationenwechsel im Unternehmen, neue Arten des Wettbewerbs und neue Produktionsverfahren.

Das zweite Trendfeld sieht einen grundsätzlichen Wandel im volkswirtschaftlichen Bereich und beschreibt die wichtigsten Treiber. Neue Produktwelten lösen die alten ab, der Trend geht weg vom Standardprodukt und hin zu individuellen, adaptiven Produkten. Die Kundenkommunikation wird sich über den Weg der automatisierten Sammlung von Daten quer über alle Kanäle hin entwickeln zu einer prädiktiven Angebotsformulierung. Die Digitalisierung wird einen grundlegenden gesellschaftlichen Wertewandel mit sich bringen – auch in Bezug auf Transparenz der Kundendaten. Neue Kundensegmente werden entstehen, nach dem Wegbrechen des Standardsegments bleiben noch der Premium und der Economy-Bereich übrig.

Digitalisierung nicht als Risiko, sondern als Chance begreifen

Die German Angst vor Veränderungen besser als German Chance begreifen. Die eigene Komfortzone verlassen! Nicht mehr so weiter machen wie bisher, sondern proaktiv handeln und das eigene Geschäftsmodell mutig auf den Prüfstand stellen. Was sind die künftigen Erfolgsfaktoren für ein prosperierendes Unternehmen im Kontext zunehmenden Konkurrenzdrucks, insbesondere auch aus Asien und Afrika? Setzen Sie auf künstliche Intelligenz (KI), automatisieren Sie alle Abläufe soweit als möglich, nutzen Sie neue Produktionsverfahren wie den 3-D Drucker, suchen Sie die Kooperation mit anderen Unternehmen und profitieren Sie hiervon sowohl wirtschaftlich als auch gegenüber Lobbyismus und Politik. Alle Ausgaben für Innovationen sind Investitionen in die Zukunft Ihres Unternehmens, und diese Innovationen werden Ihre Gewinne vervielfachen.

Den Generationenwechsel rechtzeitig managen

Fachkräftemangel und eine veränderte Sicht der digital geprägten Nachfolgegeneration auf die Arbeitswelt führen zu neuen Anforderungen im Personalbereich. Die jungen Digitalen sind vermehrt an Teilzeitjobs interessiert, und dies auch auf Geschäftsführungsebene. Die Unternehmen reagieren aufgrund einer Situation der Knappheit nicht mehr auf eine Fülle von Bewerbungen, sondern umgekehrt, sie müssen aktiv suchen und interessante Angebote machen. Manch ein neuer Mitarbeiter ist auch nicht länger ein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern eine intelligente Maschine. Agiles Personalmanagement, das bedeutet künftig: Neue Arbeitsumgebungen, vernetzte Arbeitsplätze, flexible Arbeitszeiten und -orte, der Job passt sich den Bedürfnissen des Arbeitnehmers an, Hierarchien schwinden, immer neue intelligentere Geräte und Maschinen bestimmen den Arbeitsalltag.

Neue Produktionsverfahren – Geschwindigkeit toppt Gründlichkeit

Essen wir künftig Rindfleisch aus dem 3D-Drucker? Verspielt Deutschland seine Marktführerschaft in der Automobilbranche, insbesondere im Bereich der Elektro-Mobilität, weil die bessere Batterietechnologie längst im Ausland zuhause ist? Wer kontrolliert künftig die gewaltigen Datenflüsse, die durch das Internet möglich wurden und kreiert aus ihnen neue Geschäftsmodelle wie Facebook oder Google? Deutsche Ingenieurskunst, hervorgegangen aus jahrhundertealter Erfahrung wird zusehends von digitalisierten agilen Produktions- und Organisationstechniken abgelöst. Angesichts der hohen Innovationsgeschwindigkeit im Zuge der Digitalisierung macht es keinen Sinn, jahrelang auf Patente zu warten. Stattdessen werden verbesserte Prototypen, die sogenannten Minimum Viable Products, rasch auf den Markt gebracht und durch das Feedback der Nutzer immer weiter verbessert. 3D-Drucker werden immer leistungsstärker und können eine Vielzahl an Werkstoffen verarbeiten. Ihre Vorteile liegen in der hohen Präzision der Fertigung und der Unabhängigkeit vom Herstellungsort. Der Drucker kann genau dort stehen, wo das Produkt gebraucht wird. Da es in Zukunft darauf ankommt, mit der Innovationsgeschwindigkeit Schritt zu halten, liegt der Anspruch digitalisierter Fertigung in der Optimierung aller Abläufe sowie im optimierten Zusammenspiel von Mensch und Maschine.

Veränderte Kundenwünsche treffen auf die Digitalisierung

Die Kunden von heute wünschen sich individualisierte Produkte und dies nicht nur im Online-Bereich. Dort haben sich Versicherungen, Energieunternehmen oder Reiseplattformen längst auf diesen Trend eingestellt. Zunehmend ist die Individualisierung auch von Produkten – bekannte Beispiele hierfür sind Sportschuhe oder Smartphones- möglich und damit ist das Sterben der Standardprodukte vorprogrammiert. Künftig wird es ein Premium-Segment geben, wo der Preis eine untergeordnete Rolle spielt und über das individualisierte Produkt vornehmlich die eigene Identität unterstrichen werden soll und ein Economy-Segment, wo für nunmehr ebenfalls individualisierte Produkte Preis und Qualität nach wie vor abgeglichen werden. Ein immer raffinierteres Kundendatenmanagement macht es möglich, dass der Kunde ein prädiktives, also vorzeitiges Kaufangebot schon dann erhält, wenn er selbst den Kaufwunsch noch gar nicht zu Ende gedacht hat. Die Digitalisierung der Ströme von Angebot und Nachfrage braucht eine sichere Technologie – Blockchain ist hier das Zauberwort. Sie macht es möglich, dass Transaktionen, Vertragsabwicklungen u. v. m. im Internet vor Fälschungen und Missbrauch geschützt sind.

Fazit: Deutsche mittelständige Unternehmen verdanken ihre Entstehung oft genug kraftvollen Gründungsimpulsen. Sie haben sich ihren Weg zum Erfolg oft gegen starke Widerstände bahnen müssen und diese Stärke genau ist es, die heute wieder gefragt ist, wenn es darum geht sich vor dem Hintergrund einer zunehmend digitalisierten Unternehmensumwelt als zukunftsfähig zu erweisen. Moderne Start-ups haben bereits diese Agilität und machen es vor: Neben dem klassischen Mittelstand wächst eine neue mittelständische Wirtschaft heran und idealerweise lernen beide von den jeweiligen Kernkompetenzen und Erfolgen des Anderen, um sich zum Wohle der deutschen Wirtschaft gemeinsam weiterzuentwickeln.

Lesen Sie die ganze Studie unter: https://www.zukunft.business/foresight/trendstudie-zukunft-des-deutschen-mittelstands/

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