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Kein Hunger

Kein Hunger (2) – 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Es ist erschütternd, aber „Kein Hunger“ steht auch 2021 als Nr. 2 auf der in der Agenda 2030 verankerten 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Der Kern dieses 2015 verabschiedeten Manifests lautet, Umweltgesichtspunkte im Einklang mit sozialen und wirtschaftlichen Aspekten zu berücksichtigen. Grundlegende Veränderungen in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft sollten durch die „17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung“ (engl.: 17 Sustainable Development Goals, SDGs) angestoßen werden. Ziel ist nichts weniger als das Gleichgewicht auf unserer Erde zurückzugewinnen. Dies kann aber nur gelingen, wenn wir zukunftsfähig wirtschaften. Und das erfordert, verantwortungsbewusst mit natürlichen Ressourcen umzugehen und Ungleichheiten auf der ganzen Welt zu bekämpfen.

Unfassbar – weltweit leidet etwa jeder 10. Mensch immer noch an Hunger

Eine ungeheure Schere tut sich da auf, denn mit der weltweiten Lebensmittelproduktion könnten durchaus gut 12 Milliarden Erdenbürgerinnen und -bürger satt werden. Tatsächlich leben auf unserem Planeten momentan aber nur rund 7,8 Milliarden Menschen. Ein Produktionsproblem als Ursache für Hunger kann eindeutig ausgeschlossen werden – und da wäre sogar noch mehr drin. Tatsächlich sank die Zahl der an Hunger leidenden Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg stetig. Die schrecklichen Bilder verhungernder Kinder in Afrika und Indie verschwanden langsam aus den Nachrichten. Allerdings hielt dieser Trend nur bis vor etwa zehn Jahren an. Denn seit 2014 gehen die Zahlen wieder nach oben. Corona, die Auswirkungen des Klimawandels und Kriege sind verantwortlich für diese Trendwende. Etwa jeder 10. Mensch ist von dieser Not betroffen.

811 Mio Menschen hungerten 2020

Kein Hunger – hier ist die Not am schlimmsten

Die meisten Hungernden gibt es in Asien, gefolgt von unterernährten Menschen in Afrika.

Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge sterben jährlich allein 5,2 Millionen Kinder an Unterernährung. Diese Entwicklung ist höchst dramatisch, denn die Folgen von Hunger haben weitreichende Konsequenzen. Die Entwicklung ganzer Regionen stagniert. Hungernde Menschen werden schnell krank und ihre Leistungsfähigkeit insgesamt beeinträchtigt. Das bedeutet: Diesen Menschen, die nur geringste Chancen haben, muss dringend zuerst geholfen werden. Das anspruchsvollste Ziel der Agenda 2030 lautet dann auch, niemanden zurückzulassen.

Das bedeutet: „Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen“, so der „Der Rat der Nachhaltigkeit“.

Ungerechtigkeit verhindern – aber wie?

Ein gutes Steak, ein gebratener Fisch, Obst, Gemüse, etwas Süßes zum Dessert. Millionen von Menschen wagen nicht einmal im Traum darauf zu hoffen – sie sind froh, wenn sie regelmäßig nur überhaupt das zum Leben Notwendige auf dem karg gedeckten Tisch haben. Die perverse Situation ist auch im 21. Jahrhundert immer noch die, dass während die einen im Überfluss leben, verhungern die anderen. In Anbetracht der Tatsache, dass es eigentlich genug Nahrung für alle gibt, eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Intention von „SDG Nr. 2 – Kein Hunger” ist es, genau diese Ungerechtigkeit aufzulösen. Bis 2030 sollen diese Ziele erreicht werden:.

  • Jeder Mensch soll über genügend Nahrungsmittel verfügen.
  • Jeder kann und soll sich gesund ernähren können.
  • Lebensmittelproduktion unter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte
  • Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität
  • Verbesserung der Einkommensverhältnisse von Kleinbauern
  • Erhalt von Kulturpflanzen sowie Haus- und Nutztieren

Genug Nahrung allein reicht nicht – die Ursachen für Hunger sind vielschichtig

Für viele Menschen überraschend, reicht ein ausreichender Vorrat an Nahrungsmitteln nicht aus, um Hungersnöte abzuwenden. Denn Menschen brauchen auch Zugang zu diesen Lebensmitteln und ihr Körper muss diese auch verwerten können. Dies wird ihnen leider noch zu häufig aufgrund folgender Umstände verwehrt.

  • Armut: Durch mangelndes Einkommen, kein Geld für Nahrung und Gesundheit
  • Der Klimawandel: Überschwemmungen und Dürre
  • Kriege: Wegen schwieriger Sicherheitslagen, wie etwa in Syrien, kann es zu Nahrungsmittelenpässen kommen
  • Krankheit: Infolge Diarrhö kann Nahrung nicht mehr angemessen vom Körper verwertet werden
  • Umweltkatastrophen: Heuschreckenplagen in Ostafrika gefährden die Nahrungsmittelversorgung
  • Schlechte Regierungsleistung, Korruption: Politische Eliten bereichern sich egoistisch an den Schätzen eines Landes, anstatt in Infrastruktur und Wirtschaft zu investieren
  • Wirtschafts- und Finanzkrisen: Verluste oder der Wegfall von Einkommen in Krisensituation
  • Ungleichheiten von Geschlechtern: Durch zu geringes Einkommen bei alleinerziehenden Frauen

Was tun, damit Menschen keinen Hunger leiden müssen?

Studien belegen, dass eine Welt ohne Hunger möglich wäre. Klar, das Engagement jedes Einzelnen hilft da natürlich auch – etwas. Jedoch sind globale Maßnahmen notwendig, um eine ausreichende Versorgung aller Menschen zu sichern. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) hatte 2020 im Auftrag des Bundes Vorhaben zum Entwicklungsziel „Kein Hunger“ in Höhe von 479 Millionen Euro zugesagt. In Deutschland sammeln Institutionen wie Foodsharing und die Tafel Lebensmittel und verteilen diese an bedürftige Menschen. Dank ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer kann hier ein wertvoller Beitrag geleistet werden. Auch das Unternehmen Too good to go bietet mit seiner App ein intelligentes Netzwerk, um erschwingliche Lebensmittel zu beziehen. Die Bekämpfung von Hunger gelingt allerdings nicht allein durch das unmittelbare Bereitstellen von Nahrungsmitteln. Vielmehr ist es wichtig, etwas gegen die Ursachen der Entstehung zu tun. Das Ziel: Hunger sollte erst gar nicht aufkommen. Deshalb sind nicht nur global aufgestellte Unternehmen hier gefordert, ihren politischen, sozialen und wirtschaftlichen Einfluss zu nutzen. Die Frage ist nur wie?

Kampf dem Hunger – aber wie?

Der Weg ist das Ziel. Und es gibt viele Wege, die dazu beitragen, Hunger zu vermeiden. Das fängt bereits im Kleinen an, und das beste daran: Alle können mitmachen.

Diese 17 Punkte bringen uns gemeinsam dem Ziel näher:

  1. Lebensmittelabfälle vermeiden (12 Millionen Tonnen werden jährlich vernichtet)
  2. Nicht benötigte Lebensmittel an soziale Einrichtungen geben
  3. Mehr Nachhaltigkeit in Betriebskantinen (Biolebensmittel, nachhaltiges Speisenangebot prägt Menschen und ihre Essgewohnheiten)
  4. Nachhaltige Lebensmittel kaufen: Lokal, keine Billigprodukte und Produkte aus Massentierhaltung
  5. Engagement, etwa in Form einer Spende bei sozialen Institutionen (Foodsharing oder Tafel)
  6. Gute Bildung für alle, um Armut zu vermeiden
  7. Flexible Arbeitszeitmodelle (besserer Einkommenschancen für Alleinerziehende)
  8. Faire Bedingungen für alle Menschen in globalen Lieferketten schaffen
  9. Gegen den Klimawandel widerstandsfähige landwirtschaftliche Projekte fördern, die den Anbau hochwertiger Lebensmittel sichern
  10. Die genetische Vielfalt von Saatgut, Kulturpflanzen und Nutz- und Haustieren bewahren
  11. Erhalt von Ökosystemen und Bodenqualität in der Landwirtschaft
  12. Hygienische Bedingungen und sauberes Wasser für alle
  13. Frieden stiften
  14. Internationale Beratungsdienste für Drittländer
  15. Angemessenen Preise für Rohstoffe auf globalen Agrarmärkten

Keinen Hunger entstehen lassen – Unternehmen engagieren sich

Der Tiefkühlkost-Anbieter Frosta hat mit seinem Partner „Plan International“ das Projekt „Einkommen für Jugendliche und ihre Familien“ angeschoben. Im Rahmen dieses Projekts bauen sich junge Erwachsene hier ihr eigenes Unternehmen auf. Auf diesem Wege soll es ihnen gelingen, ein sicheres Einkommen zu erzielen. Bereits 900 Jugendliche haben an mehr als 100 Workshops teilgenommen. Als erste Ergebnisse sind bereits Bäckereien, Gemüsebaubetriebe, Pflanzen- und Saatgut und über 200 Arbeitsplätze entstanden.

Ein weiteres Gemeinschaftsprojekt zeigen Tchibo, Dibella, Faitrade Deutschland und GIZ. Sie fördern den Anbau von Biobaumwolle in Indien. Kleinbauern erhalten Schulungen, Zugang zu Saatgut, Fairtrade-Mindestpreise und Prämienzahlungen. Ziel ist auch hier, etwa für nachhaltigen ökologischen Baumwollanbau zu sorgen und das Einkommen der Bauern zu sichern. In diesem Zusammenhang wird außerdem die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen, mittels Zertifizierung von frauengeführten Betrieben, gefördert.

Beides sind Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekte. Menschen bauen sich ihre Existenz auf. Dadurch werden sie in die Lage versetzt, für sich und ihre Familien zu sorgen.

Fazit

Es besteht dringender Handlungsbedarf, denn 800 Millionen Menschen hungern weltweit – Tendenz steigend. Krankheiten, eingeschränkte körperliche und geistige Entwicklung und der Tod sind fatale Folgen dieser Mangelernährung. Menschen aus den reichen Industrieländern hingegen leiden eher an durch Fehlernährung bedingten Krankheiten. Mit am härtesten trifft es jedoch immer die Kinder. „Kein Hunger“ als ein Ziel für nachhaltige Entwicklung ist aus diesem Grund eines der erstrebenwertesten Ziele der Agenda 2030. Die Weltgemeinschaft, wir alle, müssen es schaffen, global eine ausreichende und ausgewogene Lebensmittelversorgung sicherzustellen. Ohne Zweifel können wir auch nur so die Basis für ein gesundes und damit selbstbestimmtes Leben der Menschen auf der ganzen Erde gewährleisten. Jeder Einzelne sollte deshalb ab sofort beginnen, seine eigenen Handlungsgewohnheiten zu reflektieren und gegebenenfalls zu verbessern. Weltweit sollten wir die Chancen nutzen, uns gemeinsam zu engagieren, um Großes schneller voranzubringen. Bildung von Partnerschaften, wie es deutsche Unternehmen schon vorleben, sind deshalb sinnvoll und wichtig. Eben, weil wir Menschen sind. Denn, ganz klar, sozialer Zusammenhalt ist die Voraussetzung für Frieden, wirtschaftlichen Erfolg und Chancengleichheit.

Ja, die digitale Transformation ist eine große Herausforderung – insbesondere für Unternehmen und Organisationen, die „das schon immer so gemacht haben“. Lassen Sie uns gemeinsam Dinge hinterfragen.

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