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digitale Verwaltung

Digitale Verwaltung und Smart City

Die meisten von uns versuchen ihn auf ein Minimum zu reduzieren – den ungeliebten Gang zum Bürgeramt. In vielen Städten muss man lange auf einen Termin warten, die Gebäude sind überlaufen und die Wartezeit vor Ort kann sich ins Endlose ziehen. Eine Zumutung, so empfinden es viele BürgerInnen, zumal deren Anliegen häufig in einer Bearbeitungszeit von weniger als zehn Minuten erledigt werden könnten. Das neue Onlinezugangsgesetz ist da wie ein Hoffnungsschimmer am Horizont: Bis Ende 2022 sollen den BürgerInnen flächendeckend alle Dienstleistungen der Verwaltungsbehörden digital zur Verfügung stehen. Auch sollen Gesetze auf den Weg gebracht werden, die Schrift- und Nachweiserfordernisse teilweise entfallen lassen können. Und nicht nur das: Deutschland soll in Sachen Modernisierung der Verwaltung zu den digitalen Spitzenreitern Europas aufsteigen, so verkündete es jedenfalls das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) im März letzten Jahres.

„Digitale Verwaltung“ und „Smart City“

Smart City und Digitale Verwaltung, so lauten die neuen Schlagworte und sie hören sich fast an wie Zauberformeln. Aber was verbirgt sich dahinter? Schauen wir zunächst etwas genauer auf die Erfordernisse und Möglichkeiten der Digitalen Verwaltung. Zunächst gilt es hier zu festzustellen, dass die Digitalisierung der Verwaltungsleistungen sowohl den Bund, als auch die Länder, die kommunalen Spitzenverbände und die mehr als 80 Kommunen betrifft. Das BMI spricht  von insgesamt 575 Verwaltungsleistungen, die zu 14 Themenfeldern zusammengefasst werden sollen. Im Ergebnis soll ein Portalverbund entstehen, die BürgerInnen sollen sich bei Verwaltungskontakten nicht ständig neu legitimieren müssen. Um dies umzusetzen, soll ein ganz neuer agiler und bürgernaher Ansatz zum Zuge kommen. Die Benutzerfreundlichkeit soll im Vordergrund stehen, ebenso Datenschutz und Transparenz. Die BürgerInnen sollen entscheiden, zu welchen Zwecken ihre Daten genutzt werden dürfen.

Digitale Verwaltungsleistungen

Was ließe sich alles verbessern, hätten wir eine durch und durch digitalisierte Verwaltung. Eine Studie des Bitkom e. V. zeigt es auf. Alle 81 Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern werden im Smart City Index abgebildet. Hinsichtlich der Analyse und Bewertung im Bereich Verwaltung arbeitet die Studie mit folgenden Indikatoren: Dokumentenmanagementsystem (DMS) und eRechnung, bargeldloses Bezahlen und ePayment, Online-Terminvergabe, Online-Bürgerservices, Website und Kommunikations-Tools, Social-Media-Präsenz, die City-App und weiteren Pilotprojekten. Es gibt keine Stadt, die alle Indikatoren und Parameter einheitlich gut erfüllt. Erreichte Berlin im Bereich Online-Terminvergabe beispielsweise 100/100 Punkten, konnten sie in der Bewertung von bargeldlosem Bezahlen und ePayment nur 54 Punkte sammeln. Ein genau umgekehrtes Ergebnis erzielte Offenbach am Main. Der Smart City Index zeigt neben einer Platzierung also auch, in welchen Bereichen es noch Nachholbedarf für die Städte gibt. Verbesserungen in den Indikatoren und Parametern erleichtert nicht nur den Angestellten der Verwaltung die Arbeit: Auch die BürgerInnen profitieren, denn sie sparen Zeit und Aufwand. Übrigens, auf Platz eins des Smart City Index die digitale Verwaltung betreffend steht Mannheim, den letzten Platz nimmt Bergisch Gladbach ein.

Smart Cities der Zukunft

Künstliche Intelligenz ist sicher der wichtigste Treiber, um aus den traditionell noch analog geprägten Städten von heute Digitale Städte von Morgen zu machen. Ob es sich beispielsweise um die Koordination und Steuerung des Verkehrs, die Parkraumbewirtschaftung oder um das Durchführen von Großveranstaltungen handelt, mit Hilfe des Einsatzes von künstlicher Intelligenz lassen sich all diese Prozesse optimieren. Das Internet of Everything (IoE) entpuppt sich dabei als wahre Wundertüte, denn kommunale Dienstleistungen können völlig neu gedacht werden. Warum soll zum Beispiel die Müllabfuhr immer zu bestimmten Zeiten kommen? Intelligente Sensoren in den Mülltonnen könnten messen, wann diese voll sind, und eine spezielle Software würde eine optimierte Route erstellen, die Behälter würden geleert, wenn sie voll sind, Leerfahrten würden vermieden. Oder wie wäre es mit Photovoltaikanlagen, die auf bereits vorhandenen versiegelten Flächen wie Straßen installiert würden? Aufgrund einer neuartigen Technologie ist ein solcher Solarteppich bereits heute möglich.

Smart Cities im europäischen Vergleich

Smart Cities sind in Deutschland noch im Entwicklungsstadium. Seit Jahren zählt Deutschland zu den Schlusslichtern innerhalb der Europäischen Union, was die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen betrifft. Der DESI Report 2019 zeigt es auf, 29 Länder werden in Bezug auf die öffentlichen Dienstleistungen (public services) betrachtet. Führend ist Finnland, Deutschland befindet sich auf dem fünf letzten Platz. Während sich Unternehmen zunehmend den Erfordernissen der digitalen Transformation stellen, hinken Verwaltungen und Behörden hinterher. Dieses Defizit soll jedoch nach dem Willen der Bunderegierung mittels neuer Gesetze aufgeholt werden. Je digitaler die Verwaltung insgesamt wird, desto mehr trägt sie dazu bei, die Städte in „Smart Cities“ zu verwandeln. Vielleicht ist es ja im Jahre 2022 wirklich schon so weit, dass wir Behördengänge bequem online erledigen können.

Ja, die digitale Transformation ist eine große Herausforderung – insbesondere für Unternehmen und Organisationen, die „das schon immer so gemacht haben“. Lassen Sie uns gemeinsam Dinge hinterfragen.

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