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Bezahlbare und saubere Energie

Bezahlbare und saubere Energie (7) – 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Die Verfügbarkeit von Energie ist die Grundlage für ein menschenwürdiges Dasein. Kaum ein Bereich des Lebens kommt noch ohne Energie aus. Die Wirtschaft hängt von ihr ab, aber auch Bildung, Landwirtschaft, Kommunikation und Mobilität. 

Tatsächlich haben heute weltweit 9 von 10 Menschen Zugang zu Elektrizität. Die große Mehrheit der Menschen, die keinen „Strom“ haben, lebt in Afrika südlich der Sahara. Betrachtet man die Verfügbarkeit von Elektrizität aus globaler Perspektive, so ist Strom sogar besser verfügbar als Nahrung und Wasser. Dennoch stellt die zukünftige Energieversorgung die Welt vor enorme Herausforderungen.  

Fossile Energie hat keine Zukunft

Seit Beginn der Industrialisierung waren die Hauptquellen für die Stromerzeugung fossile Energieträger wie Kohle, Öl und später Gas. Der Vorteil dieser Energieträger ist, dass sie eine hohe Energiedichte aufweisen und man sie gut transportieren und lagern kann. Aufgrund dieser Eigenschaften haben sich fossile Energieträger auch als Kraftstoff für Fahrzeuge durchgesetzt. Das Kraftfahrbundesamt beziffert den Anteil fossil betriebener Personenkraftwagen (ohne Hybriden) im Januar 2021 auf 97,3 Prozent. 

Das Verfeuern fossiler Brennstoffe verursacht jedoch große Mengen Treibhausgase. Die Industrialisierung ist somit die Hauptursache für den menschengemachten Klimawandel. Es ist unbestritten, dass die uneingeschränkte Weiternutzung fossiler Energie die Klimakrise weiter anheizen wird. Aufgrund der schlechten Umweltverträglichkeit fossiler Energieträger und einer stetig steigenden Nachfrage, muss der Bedarf zukünftig anders gedeckt werden.

Doch auch nicht fossile Energieträger sind nicht notwendigerweise umweltfreundlich. So nutzt etwa ein Drittel der Weltbevölkerung gefährliche und ineffiziente Kochstellen. Häufig wird Essen über offenem Feuer zubereitet, für das Holz als Brennstoff dient. Neben dem schlechten Wirkungsgrad von Holzbrand geht die Nutzung solcher Kochstellen zudem mit einer erheblichen Belastung der Atemluft einher. Die Folge hiervon können schwerwiegende Probleme für das Herz-Kreislauf und das Atmungssystem sein.

Energie muss bezahlbar, verlässlich, nachhaltig und modern sein 

Aufgrund ihrer zentralen Bedeutung für Mensch und Umwelt ist Energie Teil der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. So fordert Ziel Nr. 7 der Agenda den Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie. Konkret sollen bis 2030 folgende Ziele erreicht werden: 

  • Weltweiter Zugang zu bezahlbarer, zuverlässiger und moderner Energie für alle Menschen. 
  • Deutliche Steigerung des Anteils erneuerbarer Energie am globalen Energiemix.
  • Weltweite Verdoppelung der Steigerungsrate der Energieeffizienz.
  • Stärkung der internationalen Zusammenarbeit, um den Zugang zu Forschung und Technik im Bereich saubere Energie, Energieeffizienz sowie fortschrittliche und sauberer Technik für fossile Brennstoffe zu erleichtern und Investitionen in saubere Infrastruktur und Technologielösungen zu fördern. 
  • Ausbau und Modernisierung der Infrastruktur, um in allen Entwicklungsländern moderne und nachhaltige Energiedienstleistungen bereitstellen zu können.

Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, sind wir alle gefragt. Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit Unternehmen wirtschaftliche Lösungen entwickeln können. Doch auch jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten. 

Die Politik, die Wirtschaft und jeder Einzelne kann etwas tun 

Ein wichtiger Baustein für nachhaltige Investitionen im Energiebereich ist die EU Taxonomie aus dem Sommer 2020. Die Taxonomie führt ein EU-weit einheitliches Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Investitionen ein. Auf diese Weise kann Kapital gezielt in sichere, klimaneutrale und ressourceneffiziente Wirtschaftstätigkeiten investiert werden. Derzeit sind noch nicht alle Kriterien abschließend definiert und die Nachhaltigkeit einiger Energieträger ist umstritten. Dennoch wird die Taxonomie auch im Energiebereich eine Lenkungswirkung für Investitionen in nachhaltige und moderne Energiedienstleistungen und -technologien entfalten. 

Schon heute gibt es viele Unternehmen und Initiativen, die im Energiebereich attraktive nachhaltige Lösungen und Geschäftsmodell entwickeln. Das Berliner Start-up Kowry hat sich zum Ziel gesetzt, zuverlässige und umweltfreundliche Energiesysteme in Afrika südlich der Sahara aufzubauen. Kowry arbeitet hierzu mit lokalen Energieversorgern zusammen, um kleine und mittelständische Unternehmen mit dezentralen und Energielösungen auszustatten. Hierdurch wird nicht nur die Stromversorgung effizienter und nachhaltiger. Die Vermeidung von Stromausfällen verbessert auch die Planbarkeit und leistet so einen Beitrag zu Unternehmenserfolg und Beschäftigungssicherheit. 

Die DESERTECT Stiftung engagiert sich ebenfalls in Afrika. Grüne Energie aus der Wüste, produziert durch Sonne und Wind, soll Afrika den Zugang zu einer nachhaltigen Energieversorgung ermöglichen und auch dem Nahen Osten eine ökologische Alternative zum Handel mit Öl eröffnen. Da Sonne und Wind in den flachen und leeren Weiten Nordafrikas im Überfluss vorhanden sind, ist es sinnvoll, diese Ressourcen zu nutzen. 

Auf den Azoren installierte Siemens Smart Infrastructure in Zusammenarbeit mit dem portugiesischen Energieanbeiter EDA eines der größten Energiespeichersysteme Europas. Moderne Software ermöglich zudem eine effiziente Überwachung und Steuerung des Netzes und schafft so eine optimale Balance zwischen Stromerzeugung- und Verbrauch. Die Insel Terceira erhielt so eine moderne, effiziente und sichere Stromversorgung. 

Natürlich kann auch jeder Einzelne einen Beitrag zu einem ressourcenschonenden Umgang mit Energie leisten. Etwa 25 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf private Haushalte. Das Umweltbundesamt gibt an, dass in Privathaushalten etwa zwei Drittel der Energie für das Heizen verwendet werden. Durch nachhaltige Heizmethoden kann der Energieverbrauch jedoch gesenkt werden. Die Verwendung von energieeffizienten Haushaltsgeräten und Steckerleisten mit Schalter sowie der Umstieg auf Fahrrad und ÖPNV kann zusätzlich Emissionen verringern. 

Fazit 

Obwohl die Verfügbarkeit von Energie in den meisten Regionen der Erde heute wenig problematisch ist, stellt die Versorgung mit Energie in der Zukunft die Menschheit vor eine große Herausforderung. Ein Großteil der Energieversorgung unseres Planeten hängt immer noch von der Verfügbarkeit und dem Verbrennen fossiler Energieträger ab. Nachhaltig ist das nicht. Der Verbrennungsprozess von Kohle, Öl und Gas setzt Treibhausgase frei und heizt das Klima immer weiter auf. Zudem müssen noch immer viele Menschen auf unsichere und ineffiziente Energielösungen zurückgreifen. Die Probleme liegen also auf der Hand.  

Doch wie kann eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung aussehen? Fossile Energie muss durch nachhaltige und effiziente Formen der Energiegewinnung, der Energieverteilung und der Energiespeicherung ersetzt werden. Viele Unternehmen und Initiativen haben hierfür bereits kreative Ideen und Lösungen entwickelt. Die Politik muss die Rahmenbedingungen für solche Geschäftsmodelle weiterentwickeln. Doch auch jeder einzelne kann einen Beitrag leisten. Ein bewusster Umgang mit Energie kann dabei helfen, diese effizienter zu nutzen und den eigenen Verbrauch zu reduzieren.

Ja, die digitale Transformation ist eine große Herausforderung – insbesondere für Unternehmen und Organisationen, die „das schon immer so gemacht haben“. Lassen Sie uns gemeinsam Dinge hinterfragen.

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