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5 trends für das kommende jahr

Die Zukunft hat schon begonnen: Diese 5 Trends werden das kommende Jahr prägen

Was für ein Jahr. Man könnte fast sagen, für viele von uns war es ein echtes Sch…-Jahr und das gilt nicht nur für die Pandemie-Opfer und deren Angehörigen. Andererseits sind durch die Pandemie viele Dinge angestoßen worden, die so nicht in dieser Form umgesetzt worden wären. Einem alten Sinnspruch zufolge ist der „Krieg der Vater aller Dinge“. Gottseidank müssen zumindest wir keinen heißen Krieg erdulden, aber dennoch mit den Folgen einer in unserem Jahrhundert noch nie dagewesenen Herausforderung umgehen, umgehen lernen. Und genau darum geht es auch in diesem Beitrag: 5 Trends um das Lernen und darum, das Beste aus einer mehr als herausfordernden Situation zu machen.

1. Lebenslanges Lernen: Ohne wird es in Zukunft nicht – mehr gehen

2020 war ein Jahr der großen Umbrüche. Nicht nur unser soziales Miteinander hat sich geändert, sondern auch die Art wie wir arbeiten und die Art wie wir lernen. Ob jung oder alt, wie Homeoffice und Homeschooling funktioniert, wussten nur die wenigsten. Mit anderen Worten, die Coronapandemie hat hier vieles in Bewegung gesetzt. Besser, eine Entwicklung beschleunigt, denn lebenslanges Lernen war auch schon vor Corona immens wichtig. Etwa ein vor 30 Jahren absolviertes Informatik-Studium hatte sich mangels Masse noch nicht mal mit dem Internet beschäftigt – aber in vielen Bereichen konnte man sich immer noch irgendwie durchmogeln. Das wird jetzt immer schwieriger, wenn nicht gar unmöglich. Wer immer noch „gefühlt“ im Faxzeitalter hängen geblieben ist, der wir jetzt schnell an seine Grenzen kommen. Das merken besonders diejenigen, die gerade nach einer neuen Stelle suchen oder in einer Branche arbeiten, in der die Innovationsrate sehr hoch ist. Diese Menschen erfahren sehr schnell am eigenen Leibe, wie schnell sich Qualifikationen heute verändern können. Wer also auf dem Laufenden bleiben will, der muss deshalb ständig dazulernen, vor allem im digitalen Bereich.

Und die Aussichten werden nicht besser. Es wird kein Zurückkurbeln in Vorcoronazeiten geben. So schätzt etwa das Weltwirtschaftsforum, dass bis 2025 85 Millionen Arbeitsplätze weltweit wegfallen könnten, wenn Aufgaben von Menschen auf Maschinen übertragen werden. Im selben Zeitraum, so die Prognose, könnten jedoch besonders im Technologiesektor auch 97 Millionen neue Stellen geschaffen werden, die besser für diese neue Arbeitsteilung zwischen Mensch, Maschine und Algorithmen geeignet wären. Das bedeutet sich jetzt fit für die Zukunft zu machen, schon jetzt damit zu beginnen, Pläne für diese Übergangszeit zu schmieden. Denn die Veränderung mag für manch einen schmerzhaft sein, aber es führt sicher kein Weg dran vorbei – und die Pandemie hat auf diese Entwicklung quasi noch den sprichwörtlichen Turbo draufgesetzt.

Insbesondere Menschen, die sich durch Anpassungsfähigkeit und Wissensgewinn auszeichnen, die bereit sind, eben lebenslang zu lernen, werden ein interessante Kandidat*innen auf dem Arbeitsmarkt sein. Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens die Frage, wer für das lebenslange Lernen aufkommen soll. Die Menschen selbst, die Unternehmen oder der Staat? Das könnte für einige eine ziemliche Herausforderung sein, denn lebenslanges Lernen bedeutet nicht, hin und wieder mal in einem Buch (haha) etwas zu lesen oder sich im Internet was anzuschauen. Es bedeutet vielmehr, gute Strukturen und ein sinnvolles Lernkonzept zu haben und umzusetzen. Und das bedarf, egal bei wem, eine ziemliche Investition. Die EU hat begonnen, diese Frage mit dem Kompetenzpakt zu beantworten. Dieser Pakt soll Unternehmen dabei helfen, Partnerschaften für Weiterbildung und Umschulung aufzubauen.

2. Digital, digitaler, Klassenzimmer

Doch nicht nur Berufsveteran*innen müssen sich warm anziehen und umdenken. Auch den Nachwuchs hat die Pandemie kalt erwischt, denn an Schulen, Unis und anderen Bildungseinrichtungen zwang die Coronakrise Schüler*innen und Student*innen ins heimatlich digitale Klassenzimmer bzw. den digitalen Hörsaal – was oft auch Lehrpersonal und Eltern vor völlig neue Herausforderungen stellte. Manchmal klappte es ganz gut, manchmal aber auch gar nicht. Eins hat sich aber herauskristallisiert: Lernen und Lehren wird nie wieder so sein wie früher.

Spätestens jetzt müssen Klassenzimmer ein dringend benötigtes digitales Update erhalten. Und das ist weniger trivial als mancher denken möchte. und liegt vor allem daran, dass Programme wie Zoom, Teams o.ä. eher für Erwachsene und das Arbeitsleben entwickelt wurden und nicht für Schüler*innen. Speziell auf Bildung zugeschnittene Angebote werden immer wichtiger. So sollten sowohl Voraussetzungen geschaffen werden, dass – sagen wir mal – nicht so technikaffine Lehrer*innen mit der digitalen Form des Lehrens klarkommen und nicht sofort vor der” komplizierten” Technik – die die Schüler*innen tagtäglich nutzen – kapitulieren. Jedenfalls ist genau das ist während des ersten Lockdowns in vielen Schulen der Fall gewesen – auf wessen Kosten, liegt dabei wohl leider auf der Hand.
Neben den richtigen Tools im Unterricht sind auch Leitlinien der Bildungspolitik wichtig. Welche Tools und Plattformen dürfen und sollen Schulen für den digitalen Unterricht nutzen, welche Inhalte müssen sich dem technologischen Wandel anpassen? Insbesondere die Datenkompetenz, also der Umgang mit großen Datenmengen – auch Big Data genannt – ist im 21. Jahrhundert eine Schlüsselkompetenz auch für Lehrer*innen. Es geht eben nicht nur darum, richtig zu messen, sondern vor allem darum, das Richtige zu messen.”

3. Jetzt lernen wir alle von Start-ups

Agilität, Anpassungsfähigkeit, Resilienz, Innovation sind einerseits Eigenschaften, die in der Krise wichtig sind – andererseits aber die Identität, der Kern, das Herz von Start-ups. Start-ups wurden bislang vor allem als Herausforderer etablierter Konzerne angesehen. Sie könnten und werden bereits auf unseren „Lernreisen“ zum Vorbild für Unternehmen Politik und Gesellschaft werden.

Gerade in der Coronakrise zeigen viele Start-ups ihre größten Stärken, indem sie etwa unter Zeitdruck kreativ Probleme lösten. Start-ups analysieren die neuen Herausforderungen extrem schnell und passen ihre Arbeit und damit Ihre Lösungen entsprechend an. So haben Start-ups etwa durch digitale Lösungen geholfen, das gesellschaftliche Leben an vielen Stellen am Laufen zu halten. Videokonferenzen, digitales Lernen, Einlassampeln für Supermärkte sind nur ein paar Beispiele. Einige Start-ups haben auch den sogenannten Pivot geschafft, also ihr Geschäftsmodell komplett umgebaut und damit überlebt. Viele solcher aus der Not geborenen Innovationen werden aller Voraussicht nach Corona überdauern.

Start-ups werden weiter auch etablierte Unternehmen unter Druck setzen und ganze Industrien erschüttern. Die spannendsten Entwicklungen betreffen ganz sicher die Künstliche Intelligenz (KI), und nachhaltige Geschäftsmodelle, 3D-Druck und die Blockchain.

4. Junge Menschen geben den Anstoß zum Umbau von Unternehmen

Das gab es in der Form noch nie: Vier völlig unterschiedlich sozialisierte Gruppen treffen momentan in der Arbeitswelt aufeinander: Babyboomer, Generation X, Millennials und Generation Z treffen dort aktuell gleich aufeinander. Doch wir sind in einer eher kurzfristigen Situation, denn aus der Boomer-Generation gehen in Deutschland ab sofort jährlich rund eine Million Arbeitnehmer*innen in den Ruhestand, Tendenz steigend. Und das gibt den nachrückenden Millennials mehr Raum in den Unternehmen und damit werden auch deren Vorstellungen verstärkt Einfluss gewinnen.

Die heute 24- bis 39-jährigen machen Erfolg nicht mehr ausschließlich von steigenden Gewinnen abhängig und genau das ist der wohl größte Unterschied zu den Boomern der 1960er-Jahre. So beurteilen das Handeln der Unternehmen Millennials zunehmend kritisch: Das Konzentrieren auf eigene Ziele ohne Rücksicht auf die Folgen für die Gesellschaft, wird von den meisten heftig kritisiert.

Auf die neuen Zielgruppen in der Arbeitswelt müssen auch Personalabteilungen reagieren. Wenn Millennials die Wirtschaftswelt erobern, sind die alten festgefahrenen Bewerbungsprozesse nicht mehr zielführend, hier muss es grundsätzlich neue Ansätze geben. Ein erster wichtiger Schritt ist dabei, dass in den Köpfen der Verantwortlichen Vorurteile gegenüber den nachfolgenden Generationen abgebaut werden: Eigentlich ist der Ansatz gar nicht so neu, denn junge Menschen haben unglaubliches Potenzial für unsere Wirtschaft.

5. Aus 9-to-5 wird 3-2-2

Die Menschen müssen nicht nur das Lernen neu lernen, sondern auch ihre Art zu arbeiten. Die in vielen Bereichen „beliebt“ 9-5-Situation an fünf Tagen der Woche und „Freitag ab eins, macht jeder seins…“ ist vom Aussterben bedroht. So müssen Arbeitnehmer*innen nicht mehr bis Freitag nach 13 Uhr warten, bis sie ihrs machen können, sondern sind im Homeoffice weitaus flexibler. Auch wenn viele Unternehmen und Führungskräfte, flexiblem Arbeiten bislang kritisch gegenüberstanden, so haben sie ihren Widerstand gegen den heimischen Schreibtisch oft schon mehr oder weniger freiwillig aufgegeben – und ihre Mitarbeiter*innen ins Homeoffice geschickt, schicken müssen. Doch wie geht es nach der Pandemie weiter?

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass wir – sollte die Pandemie durch Impfen und Abstand tatsächlich Ende des Jahres 2021 beherrschbar geworden sein – alle wieder in den gewohnten Trott zurückkehren. Zu viele Arbeitnehmer*innen, die ein Jahr oder länger von zu Hause aus gearbeitet und sich an die zusätzliche Zeit und Flexibilität gewöhnt haben, werden diese Freiheit nicht mehr missen wollen. Hier können Unternehmen mit einer gewissen Flexibilität reagieren und den Mitarbeiter*innen etwa erlauben, zwei oder mehr Tage pro Woche flexibel zu arbeiten. Als Beispiel etwa in einer 3-2-2-Arbeitswoche – drei Tage im Büro, zwei Tage Homeoffice, zwei Tage frei. Mit anderen Worten wird es in Zukunft mehr auf die Ergebnisse der Arbeit ankommen als auf die Anwesenheit. Unternehmen stellen sich um – wie die Start-ups – und konzentrieren sich auf das Arbeitsergebnis der Mitarbeiter*innen und nicht, ob sie von 9-17 Uhr am Arbeitsplatz waren. Das erhöht den Druck auf den Mitarbeiter*innen, macht sie aber auch flexibler.

Abhängig von Branche und Standort werden Arbeitnehmer*innen mehr Flexibilität fordern – und Unternehmen werden mehr davon bieten müssen. Insgesamt eröffnen sich da ungeahnte Chancen auch für eine nachhaltige Umwelt, denn Berufspendler, die morgens im Stau stehen, werden dann hoffentlich der Vergangenheit angehören.

Der Berufstätigen-Stimmungsindex von LinkedIn hat herausgearbeitet, dass Beschäftigte in Deutschland wohl davon ausgehen, dass sich die Arbeitsorganisation in ihren Unternehmen nach der Coronavirus-Pandemie stark wandeln wird. So gehen 42 Prozent aller Befragten von Arbeitszeitregelungen aus, die zu gleichen Teilen Präsenz am Arbeitsplatz und Telearbeit vorsehen – bei Angestellten sehr großer Unternehmen mit über 10.000 Beschäftigten erwarten dies sogar 54 Prozent.

Wir können nur darauf hoffen, dass die Unternehmensführungen nach der Pandemie genauso flexibel agieren, wie sie es in diesen schweren Zeiten getan haben und die positiven Erkenntnisse – gerade im Bereich des Homeoffice und des Lernens – auch in Zukunft umsetzen werden.

Ja, die digitale Transformation ist eine große Herausforderung – insbesondere für Unternehmen und Organisationen, die „das schon immer so gemacht haben“. Lassen Sie uns gemeinsam Dinge hinterfragen.

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