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Digitalisierung –Fluch oder Segen? Weder noch!

Gedanken von Prof. Wolfgang Hünnekens

Ganz verschiedene Menschen fragen mich immer wieder, ob in Sachen Digitalisierung nicht langsam „das Ende der Fahnenstange erreicht sei“, ob der Normalbürger, die Normalbürgerin natürlich auch, nicht langsam aber sicher überfordert sei. Manche vermuten gar schon eine Rückbesinnung, einer „Rache des Analogen“ und belegen das mit der Renaissance von Vinylschallplatten und dem Schreiben mit einem Füllfederhalter.

Das mag in der Tat so sein, denn die Digitalisierung ist eines der großen Zukunftsthemen. Mindestens – und damit betrifft sie so ziemlich jeden von uns. Und jede oder jeder mag mit dieser Tatsache anders umgehen, mag andere Gefühle entwickeln. Eins steht für mich allerdings felsenfest: An der Digitalisierung an sich wird kein Weg vorbeiführen, denn es scheint in der Natur des Menschen zu liegen, dass das was möglich ist auch umgesetzt wird. Wobei das Eine das Andere ja nicht ausschließen muss oder mit anderen Worten: Nicht Digitalisierung oder, sondern UND Vinyl.

Meiner Beobachtung nach sehnen sich die Menschen nach Realität, schönem Design und Dingen zum Anfassen, je mehr digitalisiert und vernetzt wird. Wir sind als Menschen eben tatsächlich analoge Wesen, die nur ein bedingtes Maß an Virtualität ertragen können – bevor es ihnen zu viel wird. Auch deshalb liegen möglicherweise Vinylschallplatten im Trend – vielleicht klingen sie aber auch nur besser, wärmer, natürlicher.

Wir sollten uns aber bewusst sein, dass jeder Trend zumeist auch einen Gegentrend hat, der sich irgendwann Bahn bricht. So boomen Bibliotheken, und die schon lange totgesagte Abo-Zeitung ist plötzlich ebenfalls wieder gefragt. Allerdings jetzt das letzte Stündlein der Digitalisierung anbrechen zu sehen wäre ein unzulässiger Trugschluss. Möglicherweise geht auch sie nur eine neue Verbindung mit dem Dinglichen ein. Das wird in der Digital-Community “Real-Digital” genannt.

Noch einmal: digitale Technologien sind Schlüsseltechnologien, die viele Branchen umformen, dort wichtigen Neuerungen zum Durchbruch verhelfen. Meiner Meinung nach ist die Digitalisierung unter dem Strich weder der große Zerstörer noch der lang ersehnte Erlöser. Aber ohne sie wird es nicht gehen, denn Digitalisierung macht nicht nur Kommunikation und Wirtschaft schlicht verbundener, flüssiger und innovativer. Und das bedeutet in der Realität einfacher, schneller und preiswerter – schon allein deshalb wird kein verantwortlicher Politiker oder Wirtschaftsentscheider auf eine Digitalisierung in seinem Bereich verzichten – Vinyl o. ä. hin oder her.

Hier müssen wir alle gemeinsam einen gesunden Mittelweg finden. Und ja, das erfordert sicher manchmal auch ein neues Denken. Digitalisierung darf nicht inhuman werden und deshalb müssen wir sie an der einen oder anderen Stelle re-humanisieren. Meine Erfahrung aus der letzten Dekade zeigt, immer dann, wenn Digitalisierung übertrieben wird, dann scheitert sie. Deshalb bin nicht nur ich etwa der festen Überzeugung, dass der Höhenflug der großen amerikanischen Digital-Riesen nicht immer so weitergehen wird.

Sie werden in den nächsten Jahren vielmehr in eine immense Krise geraten. Apple, Amazon, Google, Facebook, Uber und wie sie alle heißen mögen, werden wahrscheinlich daran damit zu kämpfen haben, dass sie versuchen, Monopol-Strukturen durchzusetzen. Und das möchte in unserer pluralistischen Welt eigentlich niemand – außer Kim Jong Un in Nordkorea vielleicht. Aber der ist ja wohl eher kein Maßstab für unser Gemeinwesen.

Gelassenheit ist jetzt wichtig, denn es wird meist nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. So gibt es zwar Studien, die besagen, dass über alle Sektoren hinweg 47 Prozent aller Berufe durch Computer, sprich durch die Digitalisierung, ersetzt werden könnten. Eine andere Studie kommt hingegen zu dem Schluss, dass Digitalisierung in der Vergangenheit nicht zu weniger Arbeit geführt habe – sondern sogar zu mehr Jobs. Nicht zuletzt würden Unternehmen durch eine zunehmende Digitalisierung profitabler und das führe dann an anderer Stelle wieder zum Einsatz von mehr Personal. Welche Studie hat nun die richtigen Schlüsse gezogen? Wahrscheinlich beide, zumindest ein bisschen. Na, wir werden sehen. Es bleibt spannend.

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